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III. Ueber die Verkehrsaufgaben in Berlin und die Mittel zu ihrer Lösung

Full text: Zum Entwurf einer Schwebebahn in Berlin (Public Domain)

Tafel 9 
führung der Züge dieses östlichen Zweiges in die Hauptlinie wird dann 
bewirken, dass die Zugfolge auf der Hauptlinie nicht in der wünschens- 
werten Weise verkürzt werden kann. Ein Blick auf die Tafel 9 legt 
daher die Erwägung nahe, diesen östlichen Zweig vor dem Gleis- 
dreieck abzutrennen und als selbständige Linie entweder nach dem Süd- 
westen oder unter Berührung des Brandenburger Tores nach Moabit 
zu verlängern, wobei im letzteren Falle die Kreuzung der beiden 
Linien am Potsdamer Platz in verschiedener Höhenlage unter Schaffung 
eines bequemen Uebergangsbahnhofes stattfinden könnte. Zweifellos 
würde durch eine derartige Erweiterung die Leistungsfähigkeit der 
elektrischen Hoch- und Untergrundbahn und ihr Nutzen bedeutend 
erhöht werden. [Jedenfalls scheint dies das einfachste Mittel, um Moabit 
anzuschliessen. 
Die früheren Projekte, dem Verkehrsbedürfnis im Zuge 
der Friedrichsstrasse durch eine Hochbahn abzuhelfen, sind 
gescheitert an den Schwierigkeiten, die dem Bahnbau zwischen der 
Behrenstrasse und dem Schiffbauerdamm entgegenstehen*). Das neuerdings 
auf die Initiative der Städtischen Bauverwaltung ausgearbeitete Projekt 
sucht die Schwierigkeiten durch Untergrundführung der Bahn zu über- 
winden. Die Notwendigkeit dieser Schnellbahn steht ausser allem Zweifel. 
Wenn der östliche Verkehrszug Gesundbrunnen - Alexanderplatz - 
Rixdorf noch nicht für eine Schnellbahn in Aussicht genommen war, so 
liegt das wohl daran, dass die baulichen Schwierigkeiten in dem mittleren 
Teile dieser Linie noch erheblich grösser sind — so gross, dass eine 
Standbahn mit Rücksicht auf die Strassenbreiten und Herstellungskosten 
kaum möglich scheint. Andererseits tritt das Verkehrsbedürfnis hier 
nicht so auffällig hervor, wie in der Friedrichstrasse, denn die Art des 
Verkehrs ist auf beiden Linien nicht gleich. Der ausserordentliche 
Fussgängerverkehr in der Friedrichstrasse ist zum grossen Teil Quer- 
verkehr von und zu den westöstlichen Hauptverkehrsadern. Der 
Geschäftsverkehr überwiegt den Verkehr zwischen Wohnung und Arbeits- 
stätte. Was aber diesen letzteren anbelangt, so tritt aus der Gruppierung 
der Punkte auf Tafel 3 die überwiegende Wichtigkeit der Linie Gesund- 
brunnen - Alexanderplatz - Rixdorf klar hervor. Sie bringt die dichtesten 
*) Vergl. Dritter Verwaltungsbericht des Königl. Polizeipräsidiums von Berlin für die Jahre 
1891 bis 1900, Seite 162.
	        
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