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Das St. Hedwig-Krankenhaus und das St. Hedwig-Hospital

Full text: Die katholische Charitas in Berlin / Fournelle, Heinrich (Public Domain)

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Landräthe und Regierungsräthe, Professoren und Lehrer, Apotheker, 
Ingenieure, Architekten, Bücker, Schlächter, Restaurateure, Rentner, 
Müller, Uhrmacher, Postboten, Musiker, Soldaten, Kinder, Studenten, 
Lehrerinnen, Cassirerinnen, Ballettänzerinnen und Dienstmädchen. 
Für Dienstboten speciell war schon im Jahre 1858 eine 
höchst segensreiche Einrichting, das Abonnement fürser— 
krankte Dienstboten, ins Leben getreten. Die Dienst— 
herrschaften zahlten jährlich für jeden ihrer Dienstboten 9 Mark 
im Abonnement; dafür gewährte das Krankenhaus den letzteren 
im Erkrankungsfall Aufnahme und vollständig freie Verpflegung. 
Es gab Jahre, wo über 5000 Abonnirte diese Wohlfahrts— 
einrichtung benutzten. 
Besonderer Erwähnung werth ist auch die Einrichtung von 
Stiftungsbetten; augenblicklich gibt es deren 26, die den 
Namen ihrer Stifter tragen. 
Außerdem gewährte das Krankenhaus auch vielen armen 
Kranken unentgeltliche Aufnahme und Verpflegung; bis zum 
Jahre 1896 waren 11612 oder 7,9 Procent der Gesammtsumme 
der 147 108 aufgenommenen Kranken unentgeltlich verpflegt 
vorden. 
Weiterer Segen ging von dem Krankenhause aus zum Besten 
katholischer Waisenkinder. Die Waisenknaben, denen 
der Frauen-Verein von St. Hedwig seit 1838 in der Alten 
Jacobstraße 86 ein kleines Waisenhaus errichtet hatte, bezogen 
nämlich im Jahre 1858 einige der Krankenanstalt zugehörige 
Wohnräume an der Straßenseite; während 11 Jahren, bis 1869, 
genossen die armen Kinder Pflege und Erziehung bei den 
Borromäerinnen, um dann nach Moabit in das neucingerichtete 
Gartenhaus überzusiedeln. 
Armer Studenten hat, sich das St. Hedwig-Krankenhaus 
von Anfang an besonders liebevoll angenommen. Täglich kann 
man sehen, wie des Mittags, in einem eigenen größeren Zimmer 
etwa vierzig Studenten zusammenkommen, denen unentgeltlich 
freier Mittagstisch gebbdten wird. Nicht gering ist diese Art 
der Wohlthätigkeit anzuschlagen, die so Vielen es erleichtert, die 
akademische Laufbahn zu durcheilen und so zu einer angesehenen 
und allseitig nützlichen Lebensstellung zu gelangen. 
Auch in den Kriegen bewährte das St. Hedwig-Kranken—
	        
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