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Der "Gute Hirte" in Charlottenburg

Full text: Die katholische Charitas in Berlin / Fournelle, Heinrich (Public Domain)

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endung in den Seitenschiffen vorläufig Chöre für die Schwestern 
und deren Zöglinge abgeschlagen wurden; doch durften die 
Schwestern das heiligste Sacrament in ihrer Hauscapelle behalten. 
Es war nun die Frage aufgetaucht, ob die Schwestern und ihre 
Zöglinge stets an dem Gottesdienst in der Pfarrkirche theilnehmen, 
oder ob sie ihren eigenen Gottesdienst durch einen am Kloster 
angestellten Priester in einer Privat-Capelle haben sollten. Für 
das Letztere entschied im Februar 1883 der inzwischen zum Fürst— 
bischof von Breslau ernannte Propst Herzog. Uwerzüglich ward 
nun der Grundstein zu einer eigenen Capelle gelegt, welche sich 
au das inzwischen erbaute Schwesternhaus anschloß. Die Ein— 
weihung dieser Anstalt fand statt durch Propst Aßmann am 
9. Juli 1884. Noch mehrere andere Neubauten wurden mit der 
Zeit nothwendig, sodaß der Besucher der Anstalt vom Guten 
Hirten immerhin einer geraumen Zeit bedarf, um alle zu der— 
selben gehörigen Gebäulichkeiten in Augenschein zu nehmen. 
Anfangs waren es einige nur zeitweise in Berlin verweilende 
jüngere Geistliche, die den Gottesdienst und die Seelsorge im 
Kloster übernahmen. Unterdessen aber hatte Pfarrer Neu— 
mann, dessen Kräfte durch die vielen Sorgen und Anstrengungen 
vor der Zeit gebrochen waren, um Entlassung aus seinem Anit 
gebeten; er übernahm alsdann im Frühjahr 1885 die Seelsorge 
der Anstalt, bis er im Zahre 1890 so hinfällig und leidend 
wurde, daß er auch diese Arbeiten jüngeren Kräften überlassen 
mußte; sein jetziger Nachfolger ist seit 1892 Rector Welter 
aus der Diöcese Luxemburg. 
An einem schönen Frühlingstag war es, als wir das Kloster 
und die Anstalt vom Guten Hirten in Charlottenburg auf dem 
Lützow aufsuchten. Freudiger Sonnenschein leuchtete über den 
ausgedehnten Gartenanlagen, die von drei Seiten die vielen 
Anstaltsgebäulichkeiten umziehen. Geführt vom Anstaltsgeistlichen 
treten wir durchs Gartenthor ein; schon zeigte sich das Nahen 
der schönen Zeit, wo Alles grünt und sprießt und blüht. Kies— 
bestreute Spaziergänge führen in angenehmen Linien durch die 
für die Anpflanzung von Küchengewächsen bestimmte Gartenflüche, 
woselbst hin und wieder in freier Stunde die Klosterschwestern 
sich ergehen. Drüben an der westlichen Seite, jenseits des 
Bretterzaunes, liegt ein großes Grundstück, das kürzlich für
	        
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