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Die Bahnhofsmission

Full text: Die katholische Charitas in Berlin / Fournelle, Heinrich (Public Domain)

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ein unter dem Namen „Marianischer Schutzverein“, 
dessen Vorstand aus der Präsidentin Gräfin Sophie Fugger, aus 
der Schriftführerin Fräulein Elisabeth Sadewasser und aus der 
Cassirerin Fräulein Christine Bücker besteht. Dieser Verein setzt 
sich aus Mitgliedern und Theilnehmerinnen zusammen; Mitglied 
kann jede Dame werden, welche 3 Mark jährlich zahlt; Theil— 
nehmerin jedes kath. Dienstmädchen, welches jährlich 1 Mark zahlt. 
Diese Geldbeiträge werden für die Zwecke des Vereins verwendet. 
Der Marianische Schutzverein hat den Zweck, nach Berlin zu— 
gezogenen Mädchen Schutz und Rath zu gewähren, um dieselben 
in religiöser und sittlicher Hinsicht zu bewahren und zu fördern. 
Mittel, diesen Zweck zu erreichen, sind: 
1. Persönliche oder schriftliche Einladung zum Besuche und 
Anschlusse an eine der hier für Dienstmädchen bestehenden An— 
stalten, in welchen für katholische Mädchen durch Belehrung, Er— 
holung, Ertheilung von Rath in schwierigen Lagen, Stellen— 
vermittelung und Aufnahme im Falle der Stellenlosigkeit mütter— 
liche Sorge getragen wird. 
2. Ertheilung von Auskunft über kath. Gottesdienste, religiöse 
Vereine und Anstalten, Krankencassen ꝛc. (Geldunterstützungen 
sind gänzlich ausgeschlossen.) 
Es führt dieser Verein, der ein Auskunftsbureau in der 
Karlstraße Nr. 30 hat, bereits ein Jahr lang die Aufgabe mit 
vereinten Kräften weiter, welche die Begründerin mit einigen 
Hülfskräften begonnen hatte. Damen und Mädchen, Herrschaften 
und Dienstboten vereinigen sich zu gemeinsamer Fürsorge für die 
zugezogenen Dienstmädchen. Der im Juni vorigen Jahres be— 
sprochene Plan geht weiter dahin, nicht nur durch die gedruckten 
Einladungen die Mädchen zum Anschluß an irgend ein Stift zu 
bringen und die Beziehungen zu demselben aufrecht zu erhalten, 
sondern auch in geeignet erscheinenden Fällen mit den Eltern der 
Mädchen in Verbindung zu treten und durch die Eltern mit den 
Herren Geistlichen des Heimathsortes, um so allmählich überall 
auf die in Berlin bestehenden Einrichtungen für katholische Dienst— 
mädchen aufmerksam zu machen. 
Bei den Polizei- und Bahnhofsbehörden stieß der Verein auf 
Schwierigkeiten, indem man den Gesuchen desselben, ähnlich wie 
es für evangelische Stifte überall genehmigt wird, Anzeigen über
	        
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