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Der katholische Gesellenverein

Full text: Die katholische Charitas in Berlin / Fournelle, Heinrich (Public Domain)

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neue Schläge gegen die Kirche führen wollten. In Moabit 
hatte Eduard Müller in der Festrede bei der Einweihung der 
St. Pauluscapelle seinen christlichen und katholischen Standpunkt 
den Feinden der Kirche, besonders den Freimaurern gegenüber, 
mit welchen er auf fortwährendem Kriegsfuße stand, in ent— 
schiedener Weise betont; — da zieht eine Masse zusammen— 
gelaufenes Volk zur Niederlassung der DTominicaner; einige 
Fenster der Capelle und des Klosters werden zerstört, doch wird 
nicht viel aus dem ganzen Scandal; die Schutzleute treiben den 
Pöbel zurück und verhaften drei feingekleidete Herren, welche das 
Signal zum Sturm gegeben; gegen das katholische Vereinshaus 
in der Niederwallstraße war eine ähnliche Ueberraschung geplant. 
Sowohl hier als in Moabit stehen die Gesellen Posten. — 
Zeitungen und Tagesblätter wimmeln von Angriffen und BVer— 
dächtigungen; — öffentliche Volksversammlungen werden ein— 
berufen, um Stimmung zu machen gegen die Kirche und ihre 
Einrichtungen. Unsere katholischen Gesellen sind überall dabei 
und protestiren gegen die hetzerischen Reden; in einer Versammlung 
in der Alhambra erlangen sie sogar Sitz und Stimme im 
Präsidium. 
Auch von anderer Seite werden Angriffe gemacht. Der 
altkatholische Professor Weber kommt nach Berlin und 
beruft in den großen Rathhaussaal eine Versammlung aller 
Katholiken Berlins, „die nicht Knechte Roms und des Papstes 
sind“; ein tausendköpfige Menge füllt den mächtigen Saal, den 
Vorsaal und das Treppengebäude. Auch der Geistliche Rath 
Müller ist da mit seinen Gesellen und den Mitgliedern der 
übrigen katholischen Vereine; man wählt ein Büreau; das ganze 
Präsidium wird gebildet aus Mitgliedern katholischer Vereine. 
Der Vorsitzende des Bonifatius-Vereins übernimmt die Leitung 
und Professor Weber merkte erst, daß er sich verrechnet habe, 
als das vom Präsidenten auf den hl. Vater ausgebrachte und 
von den Tausenden mit Begeisterung aufgenommene Hoch gewaltig 
durch die Räume des Rathhauses drang und dem Apostaten in 
die Ohren gellte; derselbe hatte gewiß nicht daran gedacht, unserem 
hl. Vater eine solch' gewaltige Huldigung in den Sälen des Ber— 
liner Rathhauses zu verschaffen. 
Nach all dem aber trat ein weit mächtigerer Gegner auf,
	        
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