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Liquidations-Verein

Full text: Die Bank des Berliner Kassen-Vereins (Public Domain)

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LIOUIDATIONS -VEREIN 
Liquidations- Verein 
Im Jahre 1869 war, hauptsächlich durch das verdienstvolle und thatkräftige 
Eintreten von 
GusTAv GÜTERBOCK in Firma Morıtz GÜTERBOCK & Co., 
MıicHAEL LEVINSTEIN in Firma VOLKMAR & BENDIx, 
KaArı MeEyvER in Firma GEBRÜDER MEYER, 
der Liquidations-Verein für Zeitgeschäfte an der Berliner Fondsbörse gegründet 
worden, der sich die Aufgabe gestellt hat, das Liquidationsgeschäft an den 
Stichtagen der ‚Berliner Börse dadurch zu erleichtern und zu beschleunigen, 
dass er seine Mitglieder verpflichtet, die Regulirung ihrer Zeitgeschäfte durch 
ein Liquidations-Bureau zu bewirken. Die Einrichtung und Leitung dieses 
Bureaus hatte von vornherein die Bank des Berliner Kassen-Vereins über- 
nommen. Für die erste Scontrirung am 27. Februar 1869, an der sich 
circa 250 Firmen betheiligt hatten, waren 9 Effecten-Gattungen ausgewählt 
worden. Die Regulirung der Geschäfte ging glatt von statten und fand 
in der Berliner Finanzwelt allgemeinen Beifall. Demzufolge wurde bald eine 
erheblich grössere Anzahl von Effecten zur Scontrirung bestimmt, und die Zahl 
der Vereinsmitglieder stieg bedeutend. Seine grösste Wirksamkeit übte der 
Liquidations-Verein in den Jahren 1889—1890 aus. In letzterem Jahre zählte 
er 512 Mitglieder und die Zahl der scontrirten Effecten-Gattungen betrug 65. 
Seit Inkrafttreten des Börsengesetzes vom 22. Juni 1896 ab, welches den Ultimo- 
Handel in Industrie-Actien verbietet, verringerte sich auch die Thätigkeit des 
Liquidations-Bureaus von Jahr zu Jahr. Gegenwärtig besteht der Verein nur noch 
aus 377 Mitgliedern, und es werden nur noch 40 Effecten-Gattungen scontrirt.
	        
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