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Franziskaner-Kloster, welches nach der Reformation aufgelöst
und 1852 in seinen Resten beseitigt wurde. Das Langhaus
der Kirche, die den protestantischen Wenden zum Gottesdienst
überlassen wurde, ist mit flacher Decke versehen, das
Seitenschiff mit Kreuzgewölben
und besonderen
Giebeln. Auf der Nordseite
befindet sich eine
gewölbte Sakristei, im
Südosten steht der viereckige
Turm aus Ziegeln,
mit Nischen, Masswerkfriesen
und achteckiger,
massiver Spitze.
Bis Ende des vorigen
Jahrhunderts war Kottbus
Festung, woher sich die
unregelmässigeGliederung
der Altstadt mit ihren
winkligen engen Strassenzügen
unschwer erklären
lässt. Von dieser mittelalterlichen Befestigung ist die Westseite
der Mauer noch erhalten. Ein gut erhaltener Mauerturm ist
nachträglich zum Thorturni eingerichtet worden. Von den
alten Thoren existiert nur noch ein zylindrischer Turm am
Spremberger Thor; er wurde 1811 zum Teil abgetragen
und 1824—1825 nach Schinkels Plänen mit neuer Bekrönung
versehen.
Rege und lebhaft ist der Verkehr in den Strassen der
Altstadt, welche noch vielfach Giebel des Rokoko-Zeitalters
aufweisen. Am anziehendsten und farbenreichsten aber
gestaltet sich dieses Leben an den Wochenmärkten des
Donnerstags und den beiden grossen Jahrmärkten am Montag
und Dienstag vor Ostern und Anfang September. Sie werden
von den Wenden stark besucht, denn Knechte und Mägde
auf dem Lande machen sich bei der Vermietung ihren freien