32
rice spielte sie zum ersten Mal, bald am Stadt-, bald
am Thaliatheater, Gretchen („Faust“), Clärchen („„Eg
mont“), Marie Beaumarchais („Clavigo“), Marie
(„Götz von Berlichingen“), Helena (im zweiten Theil
des „Faust“), „Maria Stuart“,„Jungfrau von Orleans“,
Beatrice („Braut von Messina“), Thekla („Wallensteins
Tod“), Natalie „„Prinz von homburg“), Jane Eyre
(„Waise von Cowood“), „Cady Tartuffe“, „Helene von
Seiglidre“ u. s. w. u. s. w.; daneben von ihren früher
schon auf anderen Bühnen dargestellten Rollen Cuise
(„Kabale und Liebe“), Corle („Dorf und Stadt“),
„Adrienne CLecouvreur“, „Preciosa“ u. s. w.; — kurz,
alle die Rollen, denen sie ihren Weltruhm dankte. Sie
mochte nachmals an diesen Gebilden bessern und modeln,
mochte sie auf Gastspielen und in späteren Engagements
immer größeren Schaaren von Bewunderern vorführen,
— ans Campenlicht traten sie der überwiegenden Mehr—
zahl nach zuerst in Hamburg unter Maurice.
Es würde ermüdend wirken, die Künstlerin von
Rolle zu Rolle zu begleiten, und deshalb seien hier nur
einige ihrer Cagebuchnotizen wiedergegeben: „Mein
erstes Auftreten war als „Gretchen“, ich war jedoch nicht
—
selbst sehr unsicher war und auch geistig matter wurde.
Das Publikum empfing mich rauschend, applaudirte
mehrmals und rief mich zum Schluß. . . . Auch in
meiner zweiten Rolle Preciosa, die zweimal nach—
einander war, konnte ich noch nicht mit voller Kraft
wirken, obgleich ich vom Publikum freundlich auf—
genommen wurde .... Dann feierte ich Triumphe