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Gretchen

Full text : Aus Marie Seebach's Leben / Gensichen, Otto Franz (Public Domain)

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Generalintendant von Hülsen hatte sie sofort vom
Oktober ab engagiren wollen; da sie aber in Kassel
noch bis zum J. Oktober nächsten Jahres verpflichtet
war, konnte er ihr nur anheimstellen, sich dann recht—
zeitig wegen eines Gastspiels auf Engagement an ihn
wenden zu wollen.
Die durch die Unterredungen mit CLaube und von
hülsen eröffnete Aussicht auf Gastspiele, ja, vielleicht auf
Engagement am Wiener Burgtheater oder Berliner Hof—⸗
theater mochte Marie Seebach in ihrer Absicht, fortan
ins tragische Fach überzugehen, wesentlich bestärken, und
am 24. Oktober 1851 schreibt sie in ihr Cagebuch: „Ich
habe seit gestern tüchtig am Gretchen im „aust' studirt,
heute hatte mich die letzte Scene jedoch so angegriffen,
daß ich mich ein Viertelstündchen hinlegen mußte, so
zitterten alle Glieder.“
Am 16. Oktober 1851 war Marie Seebach aus
ihrer bisherigen Wohnung ausgezogen und in ein „sehr,
— sehr nied⸗
liches“ Cogis drei Treppen hoch zu einer verwittweten
Uammerräthin Stern in der KRönigstraße übersiedelt, für
das sie monatlich sechs Thaler bezahlte. In diesem
ihrem letzten Kasseler Quartiere vollzog sich in Marie
Seebachs Seele die weitaus größte Wandlung ihres bis—
herigen Lebens: hier reift ihr „Gretchen“ heran, hier
studirt sie „Maria Stuart“, „Jungfrau von Orleans“,
„Clärchen“, von hier aus geht sie auf Reisen, unr zum
ersten Mal „Adrienne Lecoupreur“ und „Gretchen“ zu
spielen, hierher kehrt sie zurück mit dem durch diese
beiden Rollen errungenen Ruhm, um denrnächst für
            
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