Path:
Erste Ferienreise

Full text : Aus Marie Seebach's Leben / Gensichen, Otto Franz (Public Domain)

5

die Jahreszahl der RHarlsbader Begegnung falsch ist, so
auch die Jahreszahl seiner Hhamburger Reise. Und
Marie Seebach, die bereits Corle, Cuise, Preciosa
gespielt hat, wird sich, wenn sie ein Engagement am
Burgtheater sucht, kurzweg als Darstellerin von „Custspiel—
figuren, Soubretten“ bezeichnen? Nein, wie ihr Tagebuch
sofort berichtet, sagte sie ihm zuerst, daß sie „solche Lust zum
Tragischen habe, und daß man ihr überall dazu gerathen,“
und dann erst „rieth auch er sehr lebhaft, in dieses Fach,
falls es ihr zusage, überzugehen.“ Ebenso entspricht es
ersichtlich der Wahrheit weit mehr, daß Caube sich nach
Fräulein Thate und den Vorstellungen, welche Marie
Seebach auf der Reise gesehen, erkundigt habe, als daß
er sich das bisherige Leben seiner Besucherin erzählen
ließ. Die auf Laubes Schilderung hin viel verbreitete
Behauptung, als habe er gleichsam urplötzlich Marie
Seebachs tragische Begabung entdeckt und durch sein
Anrathen die ehemalige „Soubrette“ zum Gretchen ge—
fördert, ist den Thatsachen gegenüber nicht stichhaltig.
Roderich Benedir, der ihr bereits 1848 in Köln das
CLorle einstudirte, und Theateragent Heinrich, der ihr im
März 1851 dringend den Uebergang ins tragische Fach
aurieth, hätten sich dann mit vielleicht noch größerem
Recht als Caube dieser Einwirkung rühmen dürfen.
Von Larlsbad reiste Marie Seebach über Leipzig
und Magdeburc nach Berlin, wo sie sich dem neu er—
nannten GeneraAendanten von hülsen vorstellte. Pünkt—
lich kehrte si ssel zurück und trat am J. August
als Florette „Donna Diana“) dort wieder auf.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.