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Erste Ferienreise

Full text: Aus Marie Seebach's Leben / Gensichen, Otto Franz (Public Domain)

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demselben Cage dem damals dort weilenden Heinrich 
Caube ihren ersten Besuch machte. Sie schrieb darüber 
in ihr Tagebuch: „Ich traf ihn auch glücklicher 
Weise; wir sprachen lange und viel miteinander über 
das Theater, so auch über mich; unter Anderem sagte 
ich ihm, daß ich solche Cust zum Tragischen habe, und 
daß man mir überall, da ich hinsichtlich meines Or— 
ganes die Mittel dazu habe, dazu gerathen, worauf er 
sehr lebhaft mir auch rieth, in dieses Fach, falls es mir 
zusage, überzugehen, und ich dann auch für das Burg— 
theater große Hoffnung hätte. Dann frug er mich über 
die Thate, sowie über die Vorstellungen, die ich auf 
meiner Durchreise, gesehen und deren Darsteller. Von 
der Ersteren habe ich alles nur Mögliche heraus— 
gestrichen und sie ihm so empfohlen; er hörte mir auf— 
merksam zu; wahrhaftig, der Papa Windmüller hätte 
nicht besser für sein Kind sprechen können als ich für 
die Thate, was besonders, da ich Kollegin und selbst 
Schauspielerin bin, etwas seltenes ist und auch Caube 
um so mehr aufmerksamer werden ließ. Ach, ich bin 
so froh, mich mit ihm über Alles so ausgesprochen 
zu haben; selbst wenn auch kein Engagenient zu Stande 
käme, freute es mich doch deshalb, einmal mit einem 
so geistreichen Mann wie Caube so im Interesse der 
KUunst mich unterhalten zu haben.“ 
Als Heinrich Caube 18608 sein Buch über „Das 
Burgtheater“ herausgab, erzählte er unter Schilderung 
der Ereignisse des Jahres 1883 Folgendes: „Zu guter— 
letzt habe ich aus diesem Dreiundfünfziger-Jahre noch 
eine Begegnung zu erzählen, welche für das Personale
	        
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