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Vereinsamt

Full text: Aus Marie Seebach's Leben / Gensichen, Otto Franz (Public Domain)

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Gretchen“ war es Maria Stuart“, mit der sie das 
Publikum am Meisten bezauberte. Swei Monate lang 
füllten die Vorstellungen das Haus, bis wir im No— 
vember, den Dispositionen des Menager folgend, die 
Reise nach den größeren Städten der Vereinigten Staaten 
antraten. 
„Es war eine höchst anstrengende, beschwerliche 
Tour! ... Die Gesellschaft spielte in siebenzehn Städten, 
meistens Faust, bei längerem Aufenthalt aber mit 
wechselndem Repertoir. Ueberall feierte Marie Seebach 
die höchsten Criumphe . . . . . Wo ein deutscher Sänger⸗ 
bund erxistirte, wurden ihr nach der Vorstellung Ständchen 
gebracht, die Vereine arrangirten Festabende ihr zu Ehren, 
Blumen und Kränze regnete es in Fülle, und die Re— 
censionen waren fast nur begeisterte Lobeshymnen. Nach 
zweimonatlichen anstrengenden Reisen kehrten wir am 
9. Januar 1871 nach Newyork zurück, um dort im 
Stadttheater im Verein mit den daselbst engagirten 
Mitgliedern bis gegen Schluß der Saison Vorstellungen 
zu geben. 
„Der Jubel des Publikums, als die Seebach auf 
der ältesten Newyorker Heimstätte der deutschen Uunst, 
auf der Bühne des Stadttheaters erschien, war ungeheuer; 
nun erst nannten sie die Deutschen ganz die Ihre und 
feierten sie mit dem höchsten Enthusiasmus. Hier spielte 
Frau Seebach fast alle Rollen ihres Repertoirs mit 
stets gleich beibendem, großem Erfolge, der ihr bis zur 
letzten Vorstellung treu blieb.“ 
Fast Wort für Wort läßt sich diese Schilderung 
mit Marie Seebachs Tagebuchnotizen belegen. Das
	        
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