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Meteogleiches Aufleuchten

Full text: Aus Marie Seebach's Leben / Gensichen, Otto Franz (Public Domain)

verdankte. Von allen deutschen Schauspielerinnen dieses 
Jahrhunderts hat sie eine Weile des glänzendsten 
Ruhmes, der höchsten Anerkennung genossen. Ob sie 
die größte von allen war? Wer vermöchte das zu 
entscheiden! Für mein Gefühl war sie von allen großen 
die am genialsten veranlagte, die reinste und wahrste 
Verkörperung der deutschen nationalen Dichtung 
und Schauspielkunst, wie die Rachel die Verkörperung 
der französischen war.“ 
Friedrich Haase, Berthold Auerbach, Elise Polko, 
Karl Frenzel — wahrlich, vier unanfechthare Seugen, 
die in der schönsten Blüthe der Jahre mit eigenen 
Augen Marie Seebachs Blüthezeit sahen. Ist doch die 
Zahl derer, die den „Stern des Nordens“, wie man 
Marie Seebach seit den Münchener Mustervorstellungen 
nannte, in seinem Zenith bewunderten, schon sehr zusammen— 
geschmolzen, und das gegenwärtige Geschlecht vermag 
die einstige Bedeutung der Uünstlerin nur nach den 
Urtheilen einer schon vergangenen Epoche zu würdigen. 
Derlei Schilderungen liegen aber in schier be— 
ängstigender Fülle vor. Marie Seebach war von 
Jugend auf eine eifrige Sammlerin alles dessen, was je 
über sie, sei es in privaten Zuschriften, sei es in ge— 
druckten Kritiken, geschrieben wurde. Dieser gesammte 
papierene Nachlaß der verstorbenen Lünstlerin läßt 
selbst aus dem werthlosesten Geschreibsel erkennen, daß 
Marie Seebach in ihrer Blüthezeit auf ihre Zeitgenossen 
eine Wirkung ausübte, wie sie wohl kaum jemals einer 
Schauspielerin beschieden war. 
Und neben der Bewunderung für die Lünstlerin
	        
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