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Der Stern des Nordens

Full text: Aus Marie Seebach's Leben / Gensichen, Otto Franz (Public Domain)

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schäftliche Korrespondenz würzt er durch Verbindlichkeit, 
Scherz, kleine Galanterien oder Bosheiten. Oft liegt 
in einem einzigen Gedankenstrich die leise Malice oder 
vornehme Herablassung. Beispielsweise wenn er ihr 
an RBobert Heller in Hamburg, ein bescheidenes litte— 
rarisches CLichtchen, einen Gruß aufträgt mit den Worten: 
Grüßen Sie Heller'n — nicht zu sehrl!“ 
Unter den Rollen, die Dingelstedt von Marie See— 
bach gespielt wünschte, war auch Leonore Sanvitale 
Corquato Tasso“), aber Marie Seebach, die darin noch 
nie aufgetreten war, refüsirte. Dingelstedt erwidert: 
Da sei Apollo vor, daß ich meinem Liebling, 
eine Rolle aufdringel Sie wollen die Sanpitale 
nicht, folglich geht sie — zu den Akten, vielleicht sammt 
dem ganzen Tasso. Ihr Debüt ist von mir auf Montag, 
7. Juli (in Ihrem Gretchen) angesetzt. Darauf folgen 
Cuise Miller und Klärchen. Nummer vier Marie 
Beaumarchais, vielleicht auch Nerissa. Ist's so recht? 
Am 15. Abends 10 Uhr empfange ich Sie im Bahn— 
hofe. Treulichst Ihr Fr. Dingelstedt. M., 6. Juni 54.“ 
Nicht nur Leonore Sanvitale sammt dem ganzen 
„Casso“, auch Nerissa sammt dem ganzen „ANaufmann 
von Venedig“ ging zu den Akten. Mit leiser Ab— 
weichung vom Programm debütirte Marie Seebach 
erst am 18. Juli als „Gretchen“, spielte am 21. das 
„Klärchen“, am 25. „Cuise Miller“, am 27. „Marie 
Beaumarchais“, am 30. abermals „CLuise Miller“, am 
31. abermals „Gretchen“ und reiste am 3. August wieder 
von München ab.
	        
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