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Volume Preußens Lage vor dem Ausbruch des Krieges gegen Napoleon im Jahre 1813. Abdruck einer am 12. Februar 1848 im wissenschaftlichen Verein zu Berlin gehaltenen Vorlesung

Full text: Berliner Kalender (Public Domain) Ausgabe 1854 (Public Domain)

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und alles Leiden, welches Frankreich getroffen hat, verdankt es jener 
Ideologie, jener dunkeln Metaphysik, welche auf die Grundlage ihrer 
Theorie die Gesetzgebung der Voölker bauen will; wer war es, der den 
Grundsatz der Insurrection zur Pflicht stempelte, wer war es, der das 
Volk berückte, indem er dasselbe zu einer Souverainetät hinaufschraubte, 
die es auszuüben außer Stande war. Wenn man dazu berufen ist, 
einen Staat wieder zu erbauen, — so schließt diese Rede Napoleons, 
— so muß man Grundsfätze befolgen, die diesen schnurstracks zuwider 
laufen. — 
Mittlerweile war, mit dem Vordringen der Russen über die Weich— 
sel, die Aufregung in Berlin mehr und mehr gestiegen, die Weihnachts— 
ausstellung der Gebrüder Gropius hatte den Brand von Moskau 
zum Gegenstande, und Druckschriften, deren Ursprung Niemand kannte, 
wie Arndts Glocke der Zeit, sein Aufruf an die Deutschen, die saty— 
rische Comödie, der Flußgott Niemen und noch Jemand, und andere 
Flugschriften, insgeheim verbreitet, schürten das Feuer. Man war auf 
das Außerordentlichste vorbereitet und besorgte nur, von der Flut der 
Ereignisse bei dem Rückzuge der Franzosen gleichsam hinweggeschwemmt 
zu werden. Aller Augen waren auf den König gerichtet, daß er nicht 
in dieser Krisis der Rache Napoleons verfalle und man des Führers, 
des Rettungsankers beraubt werde. Hatte doch Mürat im Unmuthe 
über Yorks Convention in Königsberg gegen den Bürgermeister der 
Stadt fallen lassen, Nork habe durch seine unbegreifliche Handlungs— 
weise den König und die königliche Familie in ihrer dermaligen Lage, 
von 40000 Franzosen umgeben, compromittirt. Da wollte, gegen die 
Mitte des Januar, ein Dr. Grapengiesser in Berlin von einem 
Adjutanten des Marschall Augerau erfahren haben, man wolle den 
Konig und die königliche Familie gefangen nehmen. Hardenberg 
hatte grade viele französische Marschälle und Generale, den Auger au, 
Ney und Sebastiani, zum Diner zu sich geladen; gleich nachher 
setzte er sich in den Wagen, fuhr nach Potsdam und beschwor den
	        
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