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Volume Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg der Culmbacher, bis zu seinem Auftritt als Gegner des Kaisers

Full text: Berliner Kalender (Public Domain) Ausgabe 1854 (Public Domain)

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und auch der Römische König bewies ihm ausgezeichnete Gunst, wie 
er diese gegen seinen Bruder auch offen aussprach, als er ihm die von 
Albrecht eingereichte Fürbitte für den Herzog von Preußen wegen 
Aufhebung der Acht übersandte, denn er hob es ganz besonders hervor, 
daß des Markgrafen Fürbitte eine vorzüglich gnädige Erwägung ver— 
diene, nicht bloß wegen der Zuneigung und Verdienste der Vorältern 
desselben um Kaiser und Reich, sondern auch wegen seines ausgezeich— 
neten Eifers in des Kaisers Feldzug in Frankreich. Albrechts Für⸗ 
bitte hatte auch günstigen Erfolg. Mit Freuden konnte er dem Herzog 
melden: die Acht sei auf dem Reichstag zu Worms vorläufig bis zum 
nächsten Reichstage suspendirt; auf dem Rückwege von Worms habe 
er den Römischen König auch noch persönlich ersucht, die Acht ganz 
aufzuheben und dieß beim Kaiser zu befürworten; der König habe ihm 
auch versprochen, deshalb beim Kaiser eine Fürbitte einzureichen und 
ihn persönlich um Gewährung zu bitten. 
Albrecht verweilte im Sommer des Jahres 1545 länger auf 
seiner Plassenburg, als sonst bei ihm gewöhnlich war. Theils fesselte 
ihn dort der längere Aufenthalt des Herzogs Adolf von Holstein, der 
an seiner Schwester, dem Fräulein Kunigunde großen Gefallen fand, 
theils beschäftigten ihn neue Streithändel mit dem Stifte zu Bamberg 
und Nürnberg über einige Dörser und Bürger- und Bauerlehen, wozu 
wiederum der Statthalter und die Verwaltungsräthe zu Anspach Anlaß 
gegeben. Albrecht sah auch dieß als „eine ihrer arglistigen und 
heimtückischen Handlungen“ an. 
Auch diese Verhältnisse trugen nicht wenig bei, die Leidenschaften, 
Zorn und Erbitterung auf beiden Seiten immer mehr zu steigern. Wie 
Albrecht in einer sehr ausführlichen Klagschrift sich mit der größten 
Bitterkeit ͤber Friedrichs von Knobelsdorf „treuloses, eigen— 
mächtiges und injuriöses Verhalten“ gegen ihn nun auch öͤffentlich 
aussprach, so erlaubte sich natürlich auch dieser überall gegen den 
Markgrafen die ärgsten Schmähungen und Verunglimpfungen, so daß
	        
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