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Volume Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg der Culmbacher, bis zu seinem Auftritt als Gegner des Kaisers

Full text: Berliner Kalender (Public Domain) Ausgabe 1854 (Public Domain)

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Belagerung dieses damals eben so festen als wichtigen Platzes an der 
Marne beiwohnte. Auf des Kaisers Anordnung brach er dann mit 
Herzog Moritz gegen Vitry auf, weil von da aus eine feindliche Heer— 
schaar dem Kaiser die Zufuhr auf der Marne hatte abschneiden wollen. 
Der Feind entwich aus der Stadt, als die Fürsten heranrückten, wurde 
jedoch mit großem Verlust verfolgt. In allen Unternehmungen erwarb 
sich Albrecht mit Herzog Moritz des Kaisers vollkommenste Zufrie— 
denheit, so daß ein Berichterstatter sagt: „Der junge Herr Markgraf 
Albrecht und Herzog Moritz sind in hohem Beruf und Ansehen bei 
Roͤmisch⸗Kaiserlicher Majestät.“ 
Erst in den letzten Tagen des Octobers kehrte Albrecht auf seine 
Plassenburg zurück. Wie mißmuthig und unzufrieden er aber auf die 
Verhältnisse der Vergangenheit und Gegenwart hinsah, sprach er in 
den ersten Tagen nach seiner Heimkehr in einem Schreiben an den 
Herzog von Preußen aus, dem er unter allen seinen Verwandten immer 
noch das meiste Vertrauen schenkte. „Seit nun zwei Jahren, schrieb 
er, bin ich im Ganzen wenig innerhalb des Landes gewesen, wozu 
— DD 
dern gegen uns gefaßten unfreundlichen und unvetterlichen Willen in 
keiner einstimmigen oder beständigen Antwort, wie es doch unsere Ver⸗ 
mräge erfordern, hat vereinigen und vergleichen wollen. Aus welchen 
Ursachen er uns aber in dem und anderem so wider und hinderlich 
gewesen, das giebt sein vermeintes Testament zu erkennen, worin er 
nicht allein seinen unfreundlichen und unvetterlichen Willen gegen uns 
erklaͤrt, sondern auch über und wider beiderseits zum Höchsten verpflich— 
tete Verträge andere Verordnungen gethan hat, daraus eine besondere 
Zerrüttung des Hauses Brandenburg hieraußen im Burggrafenthum 
erfolgen wird und muß, wo anders dieselben unsers Vetters vermeinte 
Verordnungen fürgängig sein sollten.“ Er fügt hinzu:, Sein Vetter 
habe ihm ohnedieß in seiner Kindheit ohne alle Noth um einige hun— 
derttausend Gulden gebracht und dazu auch noch in schwere Schulden
	        
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