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Biberratte

Full text: Lebende Tiere / Heck, Ludwig (Public Domain)

Ayun 
z (Myopotamus coypus Geoff), Hat äußerlich eine flüchtige 
Biberratte Ähnlichkeit mit dem Biber; ist aber viel kleiner, kaum halb 
so groß und hat einen nackten, runden Rattenschwanz! Soweit ist der Name 
ja ganz bezeichnend; nur darf man sich durch ihn nicht verleiten lassen, zu 
glauben, daß die Biberratte mit dem Biber besonders nahe verwandt wäre. Im 
Gegenteil: sie sind als Nager so verschieden, wie sie nur sein können. Der Biber 
bildet eine Familie für sich; die Biberratte gehört zur Gruppe der Trugratten 
oder Achtzähner, die amerikanische und afrikanische Mitglieder zählt. Sie sehen 
rattenartig aus, sind aber, naturgeschichtlich genau genommen, keine Ratten und 
bei der Hauptgattung Octodon, um die sich die anderen gruppieren, bilden die 
Schmelzfalten der unteren Backzähne die Figur einer breiten niedrigen 8; daher 
der lateinische und der zweite deutsche Name, die ebenfalls leicht mißverstanden 
werden können. 
Die Biberratte, auch Sumpf- oder Schweifbiber genannt, ist oben rotbraun 
gesprenkelt, unten schwärzlich gefärbt, ums Maul herum grau. Der Schwanz ist 
mit Schuppen bedeckt und außerdem mit starken Borstenhaaren, die ebenfalls 
so glatt anliegen, daß sie kaum in die Erscheinung treten. Die Hinterglieder sind 
viel länger und kräftiger als die vorderen, ebenfalls fünfzehig und mit breiten 
Schwimmhäuten versehen. Mit ihnen allein schwimmt das Tier, das Hinterteil 
zingesenkt, nur den Kopf mit Nase und Augen über den Wasserspiegel erhoben; 
die kurzen Vorderbeine werden im Wasser an den Körper angezogen. Die Biber- 
ratte hat ihre bevorzugten Standorte an den stillen, mit Wasserpflanzen bedeckten 
Buchten der Flüsse und Seen im gemäßigten Südamerika, wo sie vom Osten bis 
zum Westen übers Gebirge durchgeht. Angeblich jagt man sie bei Buenos Aires 
mit abgerichteten Hunden, also ähnlich wie bei uns stellenweise den Fischotter; 
ihr Hauptverderben wird aber wahrscheinlich die Falle am Ufer sein, die ihr 
von dem Fänger auf den Ausstieg vor den Bau gestellt wird, wie den meisten 
pelzliefernden Nagern. Als Pelzwerk spielt ihr Fell unter dem Namen Nutria 
eine große Rolle, insbesondere das Plüschartige, der Grannenhaare beraubte und 
seschorene Wollhaar
	        
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