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Nashorn-Pelikan

Full text: Lebende Tiere / Heck, Ludwig (Public Domain)

° Pelecanus erythrorhynchus Gm.) Die interessan 
Nashorn-Pelikan. N Pelikanart vermöge des sonderbaren Horn- 
aufsatzes mitten auf dem Schnabel, der, wie der Federschopf am Hinterhaupte, zum 
Hochzeitsschmuck gehört, zeitig im Frühjahr erscheint und gegen Ende des Sommers 
verschwindet. Er wird jedenfalls abgeworfen, denn er ist eben eines schönen Tages 
nicht mehr vorhanden; dies geschieht aber wahrscheinlich immer beim Fischen und 
aründeln im Wasser. 
Der Nashorn-Pelikan brütet im südlichen Nordamerika, zZ. B. den Staaten Ohio 
und Texas, und überwintert in Südamerika. In den Handel ist er neuerdings hier und 
ja gekommen, immerhin aber eine der seltensten Arten. Er kommt in der Größe 
dem gewöhnlichen Rosa-Pelikan nicht ganz gleich, hat aber wie dieser die gelben 
#üße, den gelben Schnabel und Kehlsack, alles nur tiefer, rotgelb getönt. Ebenso 
1at er die schwarzen Flügelränder, die Grundfarbe des Gefieders dagegen ist blasser 
nehr weiß. 
Wenn irgendein Vogel für einen ganz bestimmten Nahrungserwerb angepaßt er- 
scheint, so ist es der Pelikan: er ist der geborene Netzüscher, er bringt Fischnetz 
and Zubehör mit auf die Welt in Gestalt des langen, zugleich aber auch breiten, 
hamenartigen Schnabels und des nackten, weit ausdehnbaren Kehlsacks. Tatsächlich 
ischt er damit gründelnd das seichte Wasser ab, und zwar reihenweise, in wohl- 
äberlegtem Zusammenwirken. Vor einem aufgesperrten Pelikanrachen kann man 
sich erschrecken: der ganze Schlund und Kehlkopf liegt offen da, und man glaubt, 
lem Tiere bis in den Magen zu sehen. Und Fische verschwinden darin, geschickt aus 
der Hand des \rärters aufgefangen und mit hochgerecktem Halse hinabgeschlungen: 
zum Staunen! — Ebenso haben die Füße des Pelikans ihre Besonderheiten: es sind 
sozusagen verstärkte Schwimmfüße oder, wie die Vogelkundigen sagen: Ruderfüße. 
Nicht nur die drei Vorderzehen sind durch Schwimmhäute verbunden, wie bei den 
gewöhnlichen Schwimmvögeln, sondern eine Schwimmhaut zieht sich auch von der 
1interen, etwas nach innen gewendeten Zehe, zu der nächstgelegenen vorderen.
	        
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