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Afrikanisches Nashorn

Full text: Lebende Tiere / Heck, Ludwig (Public Domain)

SEN AR 
z 2 (Diceros bicornis L.) Ein’indisches 
Afrikanisches Nashorn. Nashorn (s. S. 11) ist ja gewiß auch 
kein Ausbund von Schönheit; aber wie der hochgewölbte Tonnenleib mit regel- 
mäßig eingeteilten Platten gepanzert ist, wie der gefaltete Hautkragen den kurzen 
Hals umgibt, wie das unpaare Horn, gleichmäßig verjüngt und etwas nach hinten 
gekrümmt auf der Nase sitzt, das paßt alles zueinander und zu dem Begriff des 
schweren, mächtigen Riesentieres. Dagegen wirkt das afrikanische, das eine völlig 
ungeteilte und ungefaltete Haut besitzt, mit seinem platten Hängebauch, den vor- 
stehenden Hüften, die durch keinen Panzer verdeckt werden, und den dünnen, 
eckigen Beinen in der Gesamterscheinung viel leichter und dadurch weniger har- 
monisch: es ist einfach ein häßliches Scheusal. 
Und dazu nun noch die „Zierde“ der beiden Hörner, die so dicht hintereinander 
sitzen, als ob sie auf der Nase kaum Platz hätten! Man sieht diese Nasenhörner 
zewöhnlich der äußeren, abblätternden Schichten schon entledigt und poliert; so 
‚erjüngen sie sich meist von der Wurzel aus rasch und verlaufen dann, abgeplattet, 
;chwertförmig, in ziemlich gleicher Stärke bis zur Spitze. 
Das abgebildete Doppelnashorn stammte aus Nordostafrika, dem Gebiete des 
3lauen Nil. Im Süden, dem früheren Deutsch-Ostafrika und anschließenden Ge- 
bieten, scheinen die Nashörner schwerer gebaut zu sein. 
Dorther sind neuerdings eine ganze Anzahl Junge nach Europa und in die zoo- 
logischen Gärten gekommen. Sie werden aber bei uns im allgemeinen nicht so alt 
wie das indische einhörnige. Ein von dem bekannten Afrikaforscher und -photo- 
zraphen Schillings mitgebrachtes starb noch nach Jahren an einer schleichenden 
“orm der Tsetsekrankheit, die es sich jedenfalls in seiner Jugend auf der Reise nach 
ler Küste erworben hatte, als seine Haut an gewissen Stellen für den Stich der ver- 
1ängnisvollen Fliege noch dünn und weich genus war.
	        
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