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Full text: Das Linotype-Haus der Mergenthaler Setzmaschinen-Fabrik, Berlin / Schlotke, Otto Chr. (Public Domain)

In pietätvoller Weise hat die Stadt das Andenken an die 
bedeutenden Jünger Gutenbergs dadurch geehrt, daß sie 
die Plantinsche Offizin in ihrem alten Bestande bewahrte. 
Die Buchdruckerei wurde von Christoph Plantin, einem 
eingewanderten Franzosen, 1555 auf recht romantische 
Weise gegründet. Plantin erhielt nämlich an einem Abend 
auf einem öffentlichen. Platz einen Dolchstoß, der ihn ge- 
fährlich verwundete. Da der Täter erkannt worden war, 
und dieser erfuhr, daß Plantin ihn beim Gericht verklagen 
wollte, bestimmte er letzteren durch eine reiche Entschädi- 
gung auf die Anzeige zu verzichten, indem er betonte, daß 
Plantin nur auf Grund einer Verwechslung getroffen sei. 
Mit dieser Entschädigung hat Plantin dann seine Buch- 
druckerei begründet. Die junge Offizin gewann bald einen 
großen Ruf, und ihren für die damalige Zeit außerordent- 
lichen Umfang beweist die Anzahl ihrer Pressen, die 
allmählich auf 20 anwuchs. Das Werk, das den Namen 
Plantin in erster Linie unsterblich machte, war seine 
„Biblia polyglotta‘“, ein Großfolio-Bibelwerk in fünf 
Sprachen und acht Bänden, das in den Jahren 1568—1573 
fertig wurde und von dem sich im Plantin-Museum ein 
wunderbares Exemplar, auf Pergament gedruckt, er- 
halten hat. Im Jahre 1875 übernahm die Stadt Antwerpen 
die Buchdruckerei und ihre reichen Sammlungen, dar- 
unter allein vierzehn Porträts von Rubens und zwei 
Haunsinspekltion
	        
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