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Der schöne Ede

Full text: Gross-Berlin / Duncker, Dora (Public Domain)

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Zimmer umher, Kopfschmerz und Kater waren 
vergessen, 
Gott’s Donner, da war ja noch eine Nach- 
schrift. War es denn noch nicht genug? 
„Wie wir nachträglich erfahren, heisst der 
schöne Ede mit seinem bürgerlichen Namen 
Eduard Lutke. Seine Mutter ist Zimmer-Ver- 
mieterin in der Lottumstrasse, zwei seiner 
Schwestern sollen in hiesigen grossen Geschäften 
angestellt sein.“ 
Strille setzte sich wieder, Das war zu stark. 
Dass ihm, dem mit allen Hunden Gehetzten so 
was passieren konnte! Er musste ein paar mal 
heftig schnaufen, ehe er wieder zu sich kam. 
Eine verfluchte Geschichte! Ein wahres Glück, 
dass nur Martin darum wusste, der in derselben 
Lage war wie er. Der würde ja wohl reinen 
Mund halten. 
Strille nahm das Zeitungsblatt zum vierten Mal 
wieder auf. 
„David & Sperling!“ Auch das noch, ein 
Bankhaus in der Königstrasse, keine zehn Minuten 
von dem seinen. Wenn dieser schöne Ede statt 
bei „David & Sperling‘ bei seinem Chef einge- 
brochen hätte und er und die blonde Kläre in 
der Verhandlung —! Es lief ihm eiskalt über den 
Rücken. Ihm war zu Mute wie dem Reiter 
über'm Bodensee. Er schenkte sich mit zitternden 
Händen eine frische Tasse heissen Kaffee ein und 
nahm rasch ein paar Schluck. Ah, .das that gut! 
Wenn er die Sache bei Licht besah, war es 
eigentlich sehr rücksichtsvoll von dem schönen 
Ede gewesen, da er schon einmal in diesem
	        
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