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Die wichtigsten in der Ausstellung vertretenen Fabriken

Full text: Europäisches Porzellan des 18. Jahrhunderts (Public Domain)

Krinolinfiguren, von denen die Ausstellung zahlreiche 
ausgezeichnete Beispiele bietet. (Schrank 9, 10, 11, 15.) 
Spaͤter wird allmaͤhlich die Behandlung kleinlicher, 
die Farbe flauer, besonders seitdem der Franzose 
Acier (seit 1765) an die Stelle Kaͤndlers trat. 
Charakteristische Beispiele der Plastik Meißens 
unter der Leitung des Grafen Camillo Marcolini 
(1774 - 1819 bieten „die gluͤcklichen Eltern“ im 
Schrank 1 und die beiden erotischen Gruppen im 
Schrank 7. Im Geschirr siegen gegen Ende des 
Jahrhunderts die strengen geradlinigen Formen des 
Klassizismus. 
Wien. (Schrank 2, 20, 22 und auf dem Rokoko⸗ 
tisch vor den Schraͤnken 11 und 12.) 1718 gruͤndete 
der Hofkriegsratagent du Paquier mit Huͤlfe entflohener 
Beamter der Meißener Manufaktur eine Porzellanfabrik, 
die 1744 vom Staate angekauft wurde. Die Fabrik 
geht aͤhnliche Wege wie Meißen, doch heben sich ihre 
Erzeugnisse bei aller Verwandtschaft deutlich als 
selbstaͤndige und eigenartige Werke heraus. Den 
grazioͤsen Figuren ist in ihrer zierlich gespreizten 
Haltung ein besonderer Reiz eigen. Am beruͤhmtesten 
sind die Arbeiten der Empirezeit, die mit reichem 
Reliefgold geschmuͤckten Geschirre; in ihnen zeigt 
sich die Wiener Fabrik auf einer Hoͤhe der Leistungs⸗ 
faͤhigkeit, die sie damals uͤber alle anderen Fabriken 
emporhob. — 1864 wurde die Fabrik mit dem 
Begruͤnden aufgehoben, daß eine Staatsfabrik 
keinerlei Existenzberechtigung habe. 
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