Path:
Die wichtigsten in der Ausstellung vertretenen Fabriken

Full text: Europäisches Porzellan des 18. Jahrhunderts (Public Domain)

den Dekor vft bis zu taͤuschender Vollendung nach. 
(Schrank 6, 21.) Daneben aber fuͤhrt Herold uns in 
seinen Chinoiserien eine selbstgeschaffene. phantastische 
Maͤrchenwelt vor, die uns ein Bild gibt vom 
Leben der Chinesen und Japaner, wie es sich in 
den Koͤpfen der damaligen Welt in sonderbarer 
Entstellung wiederspiegelte. Es sind Malereien von 
miniaturartiger Feinheit in kraͤftigen bunten Farben, 
auf Feldern, die aus dem farbigen Grunde aus⸗ 
gespart sind, oder in Umrahmungen von spitzen⸗ 
artiger Bildung. (Schrank 5, 13, 19, 21 und 23. 
Vgl. das Portraͤt und die beiden Radierungen von 
Herold zwischen Schrank 10 und 11) 
Mit dem Eintritt des Bildhauers Johann 
Joachim Kaͤndler (1730) tritt wieder das plastische 
Element mehr hervor, nicht nur im rein Figuͤrlichen, 
sondern auch im Geschirr, wo zunaͤchst noch barocke 
Formen vorherrschen (vergleiche das Geschirr aus dem 
Sulkowsky⸗ und Bruͤhlschen Service im Porjellan⸗ 
saal Schrank 266 und 269), bis dann der plastische 
Rokokoschnoͤrkel die Oberhand gewinnt. Kaͤndler 
ist der geniale Schoͤpfer der zahllosen Figuren, die 
uns zumeist das Leben und Treiben der Hofgesell⸗ 
schaft Dresdens vorfuͤhren, sei es in ihrem gewoͤhn⸗ 
lichen Kostuͤm oder in Maskeraden. Die breite 
und große Modellierung der lebensvoll bewegten 
Figuren wird durch kraͤftige Farbtoͤne noch hervor⸗ 
gehoben. Besonders geschaͤtzt sind seine in der 
Sammlung des Museums selbst nicht vertretenen 
14
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.