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Full text: Gedenkblatt zum fünfzigjährigen Bestehen der Firma Wilhelm Ernst und Sohn (Public Domain)

In die Gropiussche Buchhandlung, die um die Mitte der dreifsiger 
jahre u. a. eine neue Folge architektonischer Entwürfe von Schinkel 
ınd ebenso ein Ornamentenbuch für Architekten veröffentlichte, 
:rat in jener Zeit der in der Verlagshandlung von Duncker und Humblot 
vorgebildete Wilhelm Ernst als Gehülfe ein. Er lernte hier Carl 
Reimarus kennen, der 1842 die Gropiussche Buchhandlung übernahm 
ınd einen eigenen Verlag begründete, aber schon bald nachher (1849) 
verstarb, worauf Ernst nach kurzer Verwaltung des Geschäftes für die 
Familie dieses käuflich erwarb. 1849 hatte Ernst mit der Herausgabe 
des Architektonischen Skizzenbuches begonnen und. 1850 bereits einige 
Schriften (wie z. B. Theodor Fontanes Gedichte und die seines Freundes 
Robert Reinick) unter eigenem Namen verlegt. 
Am 1. Januar 1851 trat. Heinrich Korn in Breslau, der ein Jahr 
lang stiller Gesellschafter gewesen, als öffentlicher Theilhaber in die 
Handlung ein, die von da ab unter der Bezeichnung Ernst und Korn 
fortgeführt wurde. 
In jener Zeit gerade nahm die Technik in Deutschland einen ge- 
waltigen Anlauf, indem die kunstsinnigen Ideen Friedrich Wilhelms IV. 
der Architektur neue Motive zuführten und die Baumeister zu grofsen 
Plänen anregten, anderseits Handel und Industrie das Leben des Volkes 
lurch immer neue Verkehrslinien in gröfsere Bahnen leiteten. 
Diese Umstände weckten im Handelsministerium das Bedürfnifs 
nach einem würdigen Mittel zum regeren Austausch und zur weiteren 
Verbreitung technischer Kenntnisse und Erfahrungen, die bis dahin viel- 
fach auf private Unternehmungen angewiesen waren. Lag es doch auch 
im Interesse des Staates, dafs den Baubeamten regelmäfsiger, als bisher 
die Kenntnifs der beachtenswerthesten Ausführungen zugänglich gemacht 
und zugleich dadurch eine Art Archiv für alle gröfseren Bauten der Ver- 
waltung gewonnen würde. 
Wilhelm Ernst, der während seiner Thätigkeit in der Gropiusschen 
Buchhandlung bereits werthvolle persönliche Beziehungen angeknüpft und 
labei für die Beurtheilung und Herausgabe technischer Werke eine ganz 
jesondere Fähigkeit erworben hatte, erschien als der..geeignetste Mann 
auf diesem Gebiete, und die Verhandlungen mit dem: Chef der jungen 
Firma führten rasch zum gewünschten Ergebnifs. 
„ ..Alsbald erschien nun bei Ernst und Korn die .neu ins Leben gerufene 
„Zeitschrift für Bauwesen“, nachdem bisher auf dem in Rede stehen- 
len Gebiete (zum Theil mit etwas anderen Zielen) die Förstersche All- 
zemeine Bauzeitung in Wien (seit 1833), die Rombergsche Zeitschrift 
:Uür Bauhandwerker (seit 1841) und das Notizblatt des Architektenvereins 
zu Berlin für enger begrenzte Kreise bestanden.
	        
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