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XI. Kapitel. Kunstdenkmäler

Full text: Die Parochialkirche in Berlin / Joseph, David (Public Domain)

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und weigerung“ zu zahlen, doch das war leichter geschrieben 
als gethan; nachdem er einige Seit hatte verstreichen lassen 
und man zur Pfändung schreiten wollte, erhebt er in einem 
Gesuch an den KRönig unter dem 10. Dechr. 1717 ein 
Camemo darüber, daß die Kirche ihm noch Cautionsschein 
und Quittung vorenthalte. Als auch dies nichts fruchtete 
und er abermals vom UKönig abschlägig beschieden war, 
macht er noch andere Einwände, darunter auch den, daß 
er zur Kirchen-Collecte 20 Thlr geschenkt hätte, die er nun 
zurückhaben möchte. Die Lächerlichkeit dieses Grundes ist 
ohne Mühe zu erkennen; diese Ausflüchte werden auch in 
einer von den Mitgliedern an den König gerichteten Ein— 
gabe vom 23. Mai 1718 als solche gekennzeichnet, und 
am 28. Mai geht sodann ein Special-Befehl an Jacobi 
ab, der ihn zur sofortigen Sahlung ohne Verzug veranlaßt. 
Wenn man hiernach bedenkt, daß er sogar eine bereits 
vor Jahren zur Kirchenbau-Collecte gespendete Summe 
zurückforderte, so wird man allerdings den Ingrimm in 
Rechnung ziehen müssen, den er darüber empfand, daß ihm 
der Guß des Glockenspiels mißlungen war. Er muß 
wohl ganz besondere Einbuße an seinem bis dahin wohl— 
begründeten Ruf erlitten haben. 
So fand auch dieser Mann sein Ureuz, der durch den 
Guß des großen Kurfürsten bei den Zeitgenossen in noch 
höherem Ansehen stand, als Schlüter selbst; der Name des letz- 
tern war weniger genannt als der des Gießers Johann Jacobi. 
Einen pecuniären Nachtheil hingegen hatte Jacobi 
jedoch nicht, da er die Glocken anderweitig verwendete 
und überdies an dem Material noch etwa 700 Thlr. ver— 
dient hatte.
	        
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