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XI. Kapitel. Kunstdenkmäler

Full text: Die Parochialkirche in Berlin / Joseph, David (Public Domain)

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So erkaufte er denn ein sehr schönes Werk, das ohne 
Glocken den enormen Preis von 20000 Gulden gekostet 
hatte; es bestand aus der Walze, dem Mechanismus für 
die Bewegung der Tasten, dem Triebwerk und dem Ge— 
häuse. 
Hur Aufstellung dieses Kunstwerks wurde der Münz— 
thurm ausersehen, und der Entwurf Schlüters war auch 
so ausgearbeitet, daß dies geschehen konnte. 
Während man aber beim Bau war, zeigten sich Risse und 
Sprünge in dem Mauerwerk, da das Fundament die Last nicht 
tragen konnte; v. Klöden!) giebt an, daß Schlüter den 
König schon vor Beginn des Baues auf diesen Umstand 
aufmerksam gemacht hätte, Adler?) hingegen, der eine 
actenmäßige Darstellung jener Zustände gegeben hat, er— 
weist, daß dies nicht der Fall gewesen ist, daß vielmehr 
Schlüter aus Unkenntniß der technischen Verhältnisse ge— 
handelt habe und fahrlässig vorgegangen sei. 
Kurzum, der Thurm mußte abgetragen werden, und 
somit war auch keine Rede mehr davon, das Glockenspiel 
dort unterzubringen. 
Der Mechanismus war aber nun einmal vorhanden, 
und so wurden denn auch die Glocken dazu gegossen; diese 
Arbeit hatte Jacobi übernommen. Mitte des Jahres 
1704 waren dieselben soweit fertig, daß mit dem Stimmen 
vorgegangen werden konnte, doch brauchte Jacobi zur 
N v. Klöden. Andreas Schlüter. Ein Beitrag zur Kunst- und 
Baugeschichte Berlins im XVIII. Jahrhundert. Berlin 1855 p. 149. 
Aus Andreas Schlüters Leben. Zeitschrift für Bauwesen 
1863 p. 15.
	        
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