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Zweiter Aufzug

Full text: Schusselchen / Reicke, Georg (Public Domain)

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Heinrich: Logik! Logik! Na für'n 
Unglück wenigstens! Es wird soviel dadurch 
artötet in einem weiblichen Wesen. 
Christine (Kopfnickend, halb vor sich hin): 
Du hast auch in mir soviel getötet. 
Heinrich (springt auf): Na höre! 
Christine: Doch — das hast Du! 
Heinrich: Nu aber Schluss, ja? Es 
scheint wahrhaftig, ich soll hier eine Moral- 
predigt bekommen. 
Christine: Ich war früher ganz anders! 
Wo ist all meine Heiterkeit hin? Wenn 
ich mal in den Spiegel seh, erkenn ich 
mich kaum wieder. 
Heinrich: So! Und ich?‘ Himmlischer 
Vater, hab ich vielleicht Grund zum Ver- 
gynügtsein? Hab ich wohl mein Behagen 
hier im Hause, wie andre Männer? Denkst 
Du je daran, mir die Kinder ein bischen 
vom Leibe zu halten? (Tritt an den Schreibtisch 
heran.) Und dass meine Federn nicht immer 
genommen werden? Und jedesmal, wenn 
ich mein Papiermesser brauchen will, hast 
Du grad Kuchen damit geschnitten! Na da! 
Na da! Hab ich’s nicht gesagt? Was ist 
denn das nu wieder? (Er hat das Messer er- 
zriffen und riecht daran.) 
Christine: Bloss ein bischen Ölfarbe; 
ich hab was abgekratzt.
	        
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