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Full text: Der Apoll von Bellevue! / Truth (Public Domain)

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„SO werden wir zu den Ihnen bekannten Bedin- 
„Zungen das 5. und auch 6. Tausend erscheinen 
„lassen. 
„Wir glauben nicht nur mit Bestimmtheit auf 
„den raschen Vertrieb dieser erneuten Auflage rech- 
„nen zu können, sondern wir erlauben uns auch, 
„Ihnen gleichfalls zu dem Erfolge zu gratulieren, 
„Denn es ist, sehr geehrter Herr Dr. Mellnau, Ihr 
„Verdienst, eine der liebenswürdigsten und inter- 
„essantesten Erscheinungen der französischen Litte- 
„ratur dem Schutte der Vergessenheit entrissen und 
„dem allgemeinen Interesse wiedergegeben zu haben. 
„In den Werken der grossen Französin, welche ihre 
‚Epoche in ihren Memoiren so trefflich wieder- 
„Spiegelt, findet sich auch manches, was nicht nur 
„auf vergangene Zeiten, sondern auch — ein Vor- 
„Zug aller klassischen, darum auch ewig jungen 
„Werke — noch auf die heutige Zeit und Sitten 
‚Anwendung findet. 
„Indem wir uns schmeicheln, dass Sie mit Aus- 
„Stattung, Druckanlage zufrieden, sehen wir Ihren 
„ferneren Sendungen zur Veröffentlichung entgegen. 
Hochachtungsvoll, ergebenst 
„die Sächsische Verlagsanstalt‘“ 
Schneeberger & Comp.‘ 
Voll lächelnden Stolzes, langsam, fast skandierend. 
hatte Mellnau seiner Gattin diesen Brief vorgelesen. 
Jetzt kniffte er ihn zusammen: „Den zeig ich heute 
„Dunkern“ in Berlin, damit er Respekt kriegt. Sechs- 
tausend in einem Jahr — das will was sagen für 
Deutschland, wo man keine Bücher kauft oder höchstens 
unanständige! — Aber freilich, „Christine de Pisan“ — 
das war mal was Extra’s. Eine litterarische Ausgrabung! 
Ein Vergnügen, diesem Weibe zu folgen! Sie hat ihre 
Zeit gekannt — und somit alle Zeiten. Der Verleger 
hat recht. Was einst in Paris unter Carl V. galt, gilt 
heute noch unter der 3. Republik am Seinestrand — 
und anderswo auch noch. .... Dieselben Sitten, Vor- 
urteile — dieselben Laster, Leidenschaften ...
	        
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