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II.

Full text: Der Apoll von Bellevue! / Truth (Public Domain)

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was aus ihm werden müsste unter näheren Verbindun- 
gen mit dem Hofe — --! Goethe war ja auch nicht 
nur Dichter, sondern auch Minister gewesen. 
„Ich werde mit einer Königlichen Hoheit, werde 
mit Rudhart, aber dem Vater — der Junge is ja ein 
Esel — sprechen — — Sie müssen vorwärts, ich will 
Ihnen helfen — Ihnen — Ihnen — —*“ 
Anna sah die heiss-sengende Glut, die aus den 
Augen der Geheimrätin loderte, welche die Gestalt ihres 
Gatten mit ihren Augen verschlang — — sie sah, wie 
sich fast krallenartig ihre Hand auf Ernsts Arm legte 
— wie leise der brillantgeschmückte Lackschuh sich 
auf Ernsts Fuss setzte, wie dieser bebende, eine -Walke 
von Rosenduft ausströmende Frauenkörper sich zärtlich 
an Ernst schmiegte. 
„Ernst, mir ist schwindelig — führ’ mich nach 
Haus“ — —1 
Unwillig erhob sich Mellnau — — beide Gatten 
schritten zur Garderobe. 
„Du kannst aber garnichts mitmachen — sieh Dir 
die Geheimrätin an — — strahlend, blühend ist sie 
— — Du abgespannt —!“ 
Anna legte still ihren blauen, wollenen, mit weissem 
Schwan besetzten Abendmantel um. 
„Ihnen wird die Nachtluft wohl thun, gute Besse- 
rung, meine teure Frau Doktor!‘ — Wie im Traum ver- 
nahm Anna die Stimme der Geheimrätin, die ihr ge- 
folgt war — —. „Ich sehe Sie bald bei mir, Doktor 
— vorläufig Mittwoch über acht Tage um fünf — 
Jour (für Bevorzugte)“ — —- klang es unterdrückt. 
„Ernst“ — — Anna schluchzte es förmlich. 
Dieser kam aber nicht, er half Luise Lorbeck den 
weiten, chiffonrauschenden Hermelinmantel über die 
nackten, zuckenden Schultern legen — — Anna drohten 
die Kniee zu brechen — —. 
„Ich führe Sie herab — kommen Sie, gnädige 
Frau‘ — brüsk ergriff Bob Rudhart ihre Hand — er 
war noch ohne Paletot — nur den Claque etwas schief 
auf dem Kopf; in seinen Augen loderte es, ein ver- 
wegener Zug verlieh seinem hübschen Gesicht etwas
	        
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