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II.

Full text: Der Apoll von Bellevue! / Truth (Public Domain)

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Miene hatte Bob bemerkt, wie unruhig suchend Annas 
Blicke durch den Saal schweiften — —. 
„Aber worauf warten wir eigentlich — he, Junge- 
ken, warum servierst Du uns nich —“ 
„Sogleich, Herr Graf“ —' — schon wollte einer 
der das Buffet umstehenden dienstbeflissenen Rotfracks 
einige, mit köstlichen Whitstables hoch bepackten 
Teller zu des Grafen Tisch tragen — — als die Auf- 
merksamkeit aller durch Paula Mellnau in Anspruch 
genommen wurde — —. Diese hatte sich von ihrem 
Sitz am Tisch des Geheimrat Lorbeck erhoben — und 
klopfte mit vor Erregung zitternder Hand an ihr Glas: 
„Ich wünsche meinen geehrten Gästen eine ge- 
segnete Mahlzeit —- et pour qu'’on ne se gene pas‘ 
— — mit hocherhobener Hand ergriff sie eine der 
weitbauchigen mit Mouton Rothschild gefüllten Ka- 
raffen und goss deren Inhalt auf das weisse, seidene 
Gedeck ihres Tischchens — eine rote Blutlache auf dem 
kostbaren Damast hervorrufend — —. 
„Donnerwetter — das ist infam —! Soll nobel 
sein — heisst zu deutsch: „nu kann die Schweinerei 
beginnen — —1!“ Das wäre ein Moment für meinen 
Alten gewesen — mich würde er enterben, dass ich 
solchen Mätzchen beiwohne — — — dies Weib hätte 
er zerschlagen — — — pardon, meine Gnädige“ — — 
Bob wandte sich zu Anna — — aber ich bin manchmal 
doch auch ein anständiger Kerl, über den es wie Em- 
pörung kommt — —1! Wieviel Austern darf ich Ihnen 
reichen?“ — 
„Du, Eduard, die Heymann lade ich nicht mehr 
ein — —., ‚Sieh blos, wie sie mich wieder anhöhnt —. 
Vorhin, als ich Anna zu Bob schleppte, hat sie sich 
vor Lachen geradezu gewunden !‘“ 
„Na ja, sie amüsiert sich eben gern,‘ gab Wolf 
Beer zurück, da Eduard Mellnau um eine Antwort 
verlegen schien, „das schadet doch nichts, — — ich 
finde sie ein reizend liebenswürdiges Mädchen — —*“ 
Das war freilich eine grobe Lüge! In seines 
Herzens Grunde hasste, fürchtete er diese sonderbare, 
Spöttische Person, die alles sah — und alles schrieb —. 
x Ak
	        
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