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II.

Full text: Der Apoll von Bellevue! / Truth (Public Domain)

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Schimmerbergerin sind Schwestern — — beides Töchter 
eines Pfandleihers — na, und hier treffe ich auch die 
„Nee“ Silberberg —“ 
„Bin nur neugierig, was Luischen Lorbeck für 
ein Gesicht machen wird, sieht sie ihre „Sociere‘ hier —. 
Den Unionklubpatsch hat sie noch nicht verwunden.“ 
„Aber Luischen sollte doch still sein —“ — warf 
Kaurma gemütlich ein. 
„Nein — femme du monde kann Liaisons haben 
— Noch dazu fürstliche — —! Aber eine illegitime 
Frau — bleibt „angeheiratet“ und unmöglich — quod 
licet Jovis — Tiergartenkodex — Ehrengericht — — 
nicht dran zu tippen“ -— — 
„Aber sch — — —“ 
„Wir anständigen Frauen sollten eigentlich nie 
Zola oder Lavedan, und nichts von Belot oder Mau- 
passant lesen — — das müssen wir den Cocotten über- 
lassen‘ — klang es sehr prägnant und würdevoll vom 
nächsten Tisch — wo Frau Emma Schimmerberg — 
Roppersbergs verlassene Geliebte, die Pfandleihers- 
tochter, die einstige Kartenschlägerin und Wahrsagerin 
sämtlicher oberschlesischer Gesindestuben dem Lega- 
tionsrat Mellnau ihr verständnisvolles Urteil über neue 
Litteratur abgeb, das dieser Schmarotzer in Anbetracht 
einer zu erwartenden Lorbeckschen Beteiligung mit 
Begeisterung anhörte. 
„Nettes Milieu, gnädige Frau sehen hier wirklich 
ein bischen fremd aus —“ 
„Das Beste, was Sie mir sagen können und wofür 
ich Ihnen herzlich dankbar bin“ — mit einer gewissen 
Sympathie betrachtete Anna den jungen schlesischen 
Grafen. 
„Ja, ja, heisses Pflaster hier. Auch ganz fremd! 
Gottlob — keine Ahnung — — weiss selbst nicht, 
wer mich hier eingeführt — wohl Paul von Lorbeck“ 
— Graf Kaurma betrachtete die Menge der Gäste, 
die nun fast alle mehr oder minder gedrängt oder 
bequem Platz gefunden — —' 
„Ihr Gatte sitzt drüben wieder mit der Rätin — — 
la — ich zeige ihn Ihnen gern“ — mit amüsierter
	        
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