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II.

Full text: Der Apoll von Bellevue! / Truth (Public Domain)

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„Wie war’s denn in der Philharmonie — hat Sa- 
rasates Kunst Ihre Leyer zu neuen Gesängen be- 
gyeistert ?“ fragte sie fast erschreckt von so viel eigener 
Holdseligkeit! 
„Der Knabe wird alt — ’s war mies‘ — lachte 
Lorbeck, „aber schöne Weiber waren da -— was — 
die Blumenberg — übrigens wieder kolossal angezogen 
— sehr ähnliche Toilette wie Du, Luise — —“ 
„Ach, Madame pour tout le monde‘ -— warf Käthe 
Heymann ungeniert ein! 
„Na, Mademoiselle Medisance — nu legen Sie 
'mal los, was wissen Sie von der Blumenberg —?“ 
höhnte Ernst. 
„Alles, aber auf Details einzugehen, ist mir Ihre 
Frau zu schade —‘“ gab Käthe kühl zurück — —. 
„Sehen Sie — vor „Ihrer Herzenskönigin‘ neigt 
sich selbst „Spero“,‘““ lachte Luise Lorbeck — „übrigens 
stehen Ihrer Frau Gemahlin noch grosse Ehrungen 
bevor —! „Bob“ läuft wie ein Tiger im Rauchzimmer 
auf und ab, er will ihr durchaus noch heute Abend 
vorgestellt werden. Ich wünsche Ihnen viel Glück, 
Bobs Bekanntschaft, der übrigens unser Intimus, ist 
sonst nur ein schwer zu erringender Luxusgegenstand 
in Berlin —. So, lieber Doktor, nun führen sie mich 
aber in das Damenboudoir — hier ist’s zu heiss, da 
vertrauen Sie mir an, was Sie nun schreiben — ich 
nehme das allergrösste Interesse — Sie sind sozusagen 
mein Lieblingsdichter —1“ 
Wie eine Königin, befehlend und bezaubernd zu- 
gleich, streckte sie ihren weissen, vollen Arm Ernst 
entgegen, der ihn mit glückstrahlender Miene in den 
seinen legte und ohne Anna noch eines Blickes zu 
würdigen, triumphierend in das links von der „Hall“ 
liegende Damenboudoir mit der Geheimrätin schritt. 
Annas Herz krampfte sich zusammen! — — Sie 
empfand nicht nur einen tiefen Schmerz über Ernsts 
Benehmen — — „aber so grässlich war ihr dieses Milieu 
nie erschienen,‘ das sie früher „per Muss‘ für Stunden 
betreten, mit dem frohen Bewusstsein, bald ihm für 
lange Zeit den Rücken zu kehren. Und nun gehörte
	        
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