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Full text: Der letzte Schritt / Tovote, Heinz (Public Domain)

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durch die Straßen ohne alle Sorge, ihr zu begegnen 
und fand, daß es gut gewesen war, mich mit ihr zu 
treffen. 
Am Alexanderplatz kehrte ich noch im Prälaten 
ein. Ich mußte unter Menschen sein. Das Lokal war 
nicht eben hervorragend vornehm, aber darauf kam es 
mir garnicht an. Ich wollte Menschen um mich sehen, 
Lärm und Bewegung. — 
Ich schlief ausgezeichnet; und am andern Morgen 
war das erste, daß ich das Klavier aufschlug, und eine 
wüste Phantasie loslegte, daß meine arme Wirtin ent⸗ 
schieden dachte, ich sei verrückt geworden. 
Aber ich erklärte ihr, daß ich mit dem nieder⸗ 
schreiben fertig sei, und nun alles auf dem Klavier ver⸗ 
suchen würde. 
Ich war ein ganz anderer Mensch, pfiff und war 
vergnügt, aß mit Appetit zu Mittag in der Weinkneipe 
von Knoop; und am Nachmittage fand ich die Melodie 
zu einem Gedichte von Arno Holz, das ich unter meinen 
Papieren entdeckt hatte. 
Eine Berges Last war von mir abgewälzt; und 
die ferne Hoffnung tauchte auf: nun könne alles gut 
werden. Ich fühlte wieder die Kraft zur Arbeit und 
damit neuen Lebensmut. Ich würde in eine ver⸗ 
nünftige Gegend übersiedeln, wollte bei meinen früheren 
Lehrern nachfragen, ob keiner für mich ein paar gut be⸗
	        
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