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Zwanzigstes Kapitel. Die Seeräuber

Full text: Emma / Stinde, Julius (Public Domain)

— 5B 
Vier Matrosen ergriffen die Kiste. 
„Halt!“ 
Wer hatte Halt gerufen? 
Der Rufer trat vor. Es war der Mann mit der blauen 
Brille und dem kalten Blick. — „Wer wagt es, mein Eigen— 
thum zu vernichten?“ fragte er. 
Emma erbebte bei dem Klange der Stimme. 
Standen die Todten auf? 
Sie blickte forschend hin. 
Er war es, trotz der blauen Brille .. .. der von Fritz 
erschossene Jesuit.“) 
„Oeffnet die Kiste,“ befahl der Kapitän. 
Sorgfältig entfernte der Schiffs-Zimmermann den Deckel. 
In der Kiste lag eine Leiche. 
Ein Schrei des Schauders erscholl. Mehrere wurden 
ohnmächtig. 
Die Leiche wimmerte. 
„Hier liegt etwas vor!“ rief der Kapitän mit donnernder 
Stimme. 
Aber was? 
Niemand vermochte zu antworten. Grauen lähmte das 
Schiffsvolk und die Passagiere. 
„Wo ist Klaus Theerstiefel?“ fragte der Kapitän. 
„Hier!“ 
Der Kapitän stieß einen Ruf der Ueberraschung aus. Er 
erkannte Klaus nicht wieder auf den ersten Blick. 
Klaus waren bei dem fürchterlichen Anblick die Haare 
schneeweiß geworden.**) 
Die Leiche regte sich. 
*) Jesuiten sind bekanntlich sehr zählebig. So oft sie historisch ver— 
nichtet wurden, immer waren sie wieder da. So auch hier. Mit Hülfe der 
Röntgenstrahlen wurden im Innern des Erschossenen zwei Kugeln gefunden, 
die einfach an dem durch die Lehren der Jesuiten verhärteten Herzen 
plattgeschlagen waren. Nach Entfernung der Kugeln in Dr. E. Millers 
Poliklinik und Anwendung von Heilserum war der Jesuit wieder her— 
gestellt. — Wunder giebt es eben nicht! 
** Thatsache!
	        
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