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Neununddreißigstes Kapitel. Die Geheimnisse des Pensionats

Full text: Emma / Stinde, Julius (Public Domain)

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wenn Sie hingingen, um nähere Auskunft zu geben; ich denke, 
Sie haben eine Aktie in dem Geschäft.“ 
Szmoltopski preßte die Lippen aufeinander. „Ich bleibe,“ 
sprach er, „und werde schweigen, ohne daß der Professor mit 
dem russischen Namen mir mit seinen Brennstiften an's Gehirn 
kommt.“ 
„Gut so!“ sagte die Roldemolde mit leicht girrendem 
Lachen der Befriedigung und öffnete die Flügelthüren. Ein 
Meer von Licht strahlte ihnen entgegen. Sie waren in den 
Vorsälen des Pensionats, wo Alles zum Empfang der Gäste 
bereit stand. 
In den Straßen aber gellte es: Mord! Mord! 
Finster und düster lag der Weg im Thiergarten. 
Vierzigstes Kapitel. 
Der Doppelselbstmord. 
In der That wurden Extrablätter theils ausgerufen, theils 
ohne jeglichen Reklamelärm an Wissensdurstige gratis abgegeben. 
Wissensdurst ist das Verlangen des Volkes nach 
höherer Bildung. 
Wer Durst suillt, thut ein gutes Werk. Darum ist das 
kostenlose Extrablatt etwas segensreiches. 
Denn es spart den Nickel, um den man geprellt wird, wenn 
der Inhalt des Blattes nicht den Thatsachen entspricht. 
Diesmal aber war Alles richtig beschrieben: Der Thier— 
garten, die Leichen, das Milien. 
Es lag entschieden ein Doppelselbstmord vor. 
Der Mörder hatte einen Streifschuß am rechten Schulterblatt. 
Wie hatte er sich den beigebracht? 
In dem schußdurchbohrten Handtäschchen des jungen 
Mädchens mit den Aurikelaugen fand man eine Kugel, die 
für den Lauf des Revolvers, der neben dem Mörder lag, viel 
zu groß war. 
Wie hatte er diese Kugel abschießen können?
	        
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