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26.

Full text: Das dritte Reich / Schlaf, Johannes (Public Domain)

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Augen blitzte es von einer seltsamen, heimlichen 
Energie. 
Liesegang sah ihm ins Gesicht. 
Born ging, sich laͤssig die Glaces von den Haͤnden 
streifend, durch das Zimmer. 
„Aber bist ja so — sonderbar, Liese! — m?“ 
fragte er, ohne ihn anzusehen, mit einem Blick um⸗ 
herblickend, hinter dem es wie irgend ein Nach⸗ 
denken war. 
„Hm! — NVal!“ machte er dann. 
Liesegang war stumm geblieben. 
Olga hatte sich wieder in ihren Stuhl gesetzt 
und zu ihrer Arbeit gegriffen. 
„Se! — Liese!“ rief Horn jetzt, der an Olgas 
Schreibtisch stand und in einem Buch blaͤtterte. 
„Und!“ fragte Liesegang. 
„»Hm! — Eh — du hast doch wohl natuͤrlich 
den — Zarathustra gelesen? Nicht?“ 
„VNatuͤrlich! Und?“ 
„Ah nun ja! — Ich meinte nur! — Ich lese 
seit einiger Zeit auch Nietzsche. — Des — Stiles 
wegen, weißt du? Man kann ja wohl sagen, daß 
seit Jahrzehnten kaum einer so gutes Deutsch ge— 
schrieben hat.“ 
Born hatte sich vom Schreibtisch fortgewandt 
und war zu Olga hingegangeu, mit der er sich nun 
leise unterhielt. 
Mechanisch schleppte Liesegang sich zum Schreib⸗ 
tisch. Sast gierig, unter heftigem Serzklopfen, wandte
	        
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