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22.

Full text: Das dritte Reich / Schlaf, Johannes (Public Domain)

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Weit und still wurde sein Suͤhlen. 
Und er sah eine Kosmogonie des Organischen, 
eine unendliche Genese und Entfaltung des Geistig⸗ 
Cebendigen, der Centralenergie alles Seins. 
Mit all seiner Mannigfaltigkeit ließ es sich doch 
auf einen Grundeindruck bringen, auf den Grund— 
eindruck eines bestaͤndigen Schimmerns und Wogens; 
ein Daͤmmerlicht, das aus schwarzer Urnacht auf⸗ 
zuckt, wie das Zucken und Flattern gigantischer Sittige. 
Es wird heller, nimmt zu, und jede Vibration 
laͤßt eine neue Farbennuͤance aufzucken, und jede 
dieser zahllosen darbenvibrationen, die sich in dem 
bestaͤndigen Wechsel einer Entfaltung draͤngen, be⸗ 
deutet die Geburt einer neuen Art von Wesen, 
einer neuen Energie ewigen, immanenten Selbster⸗ 
fassungstriebes. 
Das Protoplasma, dieses erste daͤmmernde Auf⸗ 
zucken, und aus ihm das sich entwickelnde Sarben⸗ 
spiel endloser Entfaltung des Organischen; immer 
eine Dominante uͤber die andere, die sie maͤlich 
verdraͤngt, sie mit den hoͤheren Energieen ihrer vi⸗ 
talitaͤt in sich aufnehmend. 
Und Sarbe auf Farbe. 
Zier ist die fertige, herrschende Menschheit. 
Unermeßlich dieses gigantische amorphe Wesen in 
vollendetster Machtfuͤlle den Erdball umspannend. 
Die Zeit seiner Allmacht naht. Die trium—⸗ 
phierende Dominante in der vollsten und reinsten 
Pracht ihrer Faͤrbung. 
Johannes Schlaf, Das odritte Reich. 
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