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Sechstes Kapitel

Full text: Villa Schönow / Raabe, Wilhelm (Public Domain)

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Hechstes Kapitel. 
egin paar Tage später hatte sich das Wetter gebessert, 
aber sonst wenig in der Welt. Herr Schönow war einige 
Tage in Geschäften in Berlin gewesen und hatte, als ihm 
bei seiner Rückkehr auf dem Bahnhofe einige Provinzialbe⸗ 
kannte versicherten: „Jetzt läßt es sich doch endlich recht 
hübsch zum Frühling an!“ gemeint: 
„Jawoll! Wenn man det Ohr an die Erde legt, kann 
man die nächste faure Jurkenzeit orntlich schon wachsen hören. 
Wenn ick Ihnen bemerken würde, deß wir det Phänomen 
bei uns zu Hause noch viel besser haben, so würden Sie 
natürlich sagen: Det hab ick man bloß von ihm hören 
wollen! — Also, wat jiebt et denn hier wirklich Neues, wat 
'nen eben neu ufgefrischten Weltstädter seit vorigem Mitt— 
wochen am hiesigen Platze interessiren kann?“ 
„Sie oller Potsdammer, als ob Unsereiner, wenn er 
auch hier im Nest aus dem Ei gekommen und flügge ge— 
worden ist, nicht auch seine Zeit in Berlin zugebracht hätte 
und von morgen an den Großstädter spielen könnte, wenn 
er nur wollte! Uebrigens hat Liebelotten der Schlag gerührt.“ 
„Den Stadtrath?“ hatte Schönow, seinen Reisesack 
niedersetzend, gefragt. 
„Nun, Sie kommen doch heute Abend zu Daemel?“ 
hatte der Andere erwidert; „es war doch auch ein recht guter 
Bekannter von Ihnen, und Sie hatte ihn gern an unserem 
Tische neben sich. Haben sich gewöhnlich recht gut mit ihm 
unterhalten, Herr Schönow.“ 
Und Herr Schönow hatte mit einer Energie, die weder 
etwas Weinerliches noch etwas Lächerliches an sich hatte, 
„Juten Morjen, meine Herren!“ gesagt, seinen Reisesack dem 
nächslen Jungen aufgeladen und war hinter Beiden drein
	        
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