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Zweiundzwanzigstes Kapitel

Full text: Alltagsleute / Meyer-Förster, Wilhelm (Public Domain)

G 251 
eher möglich sind als just dort, — nun aber geriet 
Richard in einen wahren Taumel von Jubel, 
Glück, Angst und banger Sorge, alles könne nicht 
wahr sein. 
Man beschloß, noch zu bleiben und in aller 
Frühe hinauszufahren. Man trank auf treue 
Schwägerschaft, mochte das Glück kommen oder 
nicht, und schließlich war der Agent so gerührt 
und des süßen Weines voll, daß er anfing, offen 
zu reden. Er erzählte von der fabelhaften Zuvor— 
kommenheit der Wärter und Anstaltsbeamten und 
brachte mit dieser Mitteilung den armen Richard 
vollends außer sich. 
Die Zeche wurde bezahlt, und der Agent ging 
mit zu Richard. Er sollte dort auf dem Sofa 
schlafen, und in der ersten Frühe wollten sie zu— 
sammen hinaus. Auf den Beinen war er nach 
diesem aufregungsreichsten Tage seines Lebens nicht 
mehr recht fest, die Nachtwächter aber vermuteten 
seinem Anzuge und Hut nach in ihm einen Pastor 
und drückten milde lächelnd ein Auge zu, als der 
würdige Herr, fröhlich pfeifend, durch die mond⸗ 
beschienenen Straßen zog. 
Klara hatte die Nacht in Unruhe zugebracht. 
Sie war am Abend bei Frau Ohnesorges für das 
Baby bestimmten Wiegenliedern eingeschlummert, 
aber nach einiger Zeit wieder aufgewacht und lag
	        
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