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Zwanzigstes Kapitel

Full text: Alltagsleute / Meyer-Förster, Wilhelm (Public Domain)

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feinem Herzen, als daß irgend etwas ihn momen⸗— 
tan in bessere Stimmung hätte bringen können, 
am wenigsten jedenfalls eine Mitteilung dieser Art. 
Aber der glückliche Vater merkte das nicht und 
schwatzte darauf los. Der Junge sollte Richard 
heißen, und der Agent müßte versprechen, als 
Taufpate zu kommen. Natürlich ließ sich das nicht 
ablehnen, obwohl das Patengeschenk sogleich dunkle 
Schatten vorauszuwerfen begann. 
„Und dann noch eines, alter Freund,“ sagte 
Herr Kreiser, „einen großen Gefallen kannst du 
mir erweisen. Die Kosten vergüte ich dir.“ 
Das ließ sich hören, und der Agent begann 
aufzuhorchen. 
„Ich bekomme da vor zwei Stunden,“ fuhr 
der andre fort, „einen merkwürdigen Brief von 
meinem Vater, der bekanntlich wegen politischer 
Vergehen eine Strafe in Plötzensee absitzt. Er 
schreibt allerlei verwirrtes Zeug von einem Ge— 
fchäft, einem Glücksfall, er müsse das sofort münd⸗ 
lich mit mir besprechen und so weiter. Ich kann 
nun absolut nicht daran denken, vor Samstag 
mich über Tag freizumachen, deshalb könntest 
du die Sache für mich in die Hand nehmen. Hier 
sind drei Mark, fahr hin, besprich alles mit ihm 
und bring mir dann Bescheid.“ 
„Bon,“ sagte der Agent. Er warf den Taler
	        
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