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Vierzehntes Kapitel

Full text: Alltagsleute / Meyer-Förster, Wilhelm (Public Domain)

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ein kleines Vermögen verloren. So hatte also seine 
süße, kleine Braut ihm heute „mindestens zwanzig⸗ 
tausend Mark“ gerettet, und er behauptete, zum 
Aerger der mißgelaunten Tante, die das kindisch 
fand, Jettchen bringe ihm zwanzigtausend Mark 
Mitgift. 
Tief niedergeschlagen war der Agent, der nicht 
nur die geliehenen fünfhundert Franken zum Teufel 
gejagt, sondern auch der Tante durch seine unglück— 
lichen Ratschläge schweres Unheil zugefügt hatte. 
Ihr Verlust betrug nach seiner Schätzung aller⸗ 
mindestens zwölfhundert Franken, und Neffe und 
Tante lehnten bei der Heimfahrt düster und trübe 
in ihren Ecken. Daß Jettchens munteres Lachen, 
die bodenlose Verliebtheit des Hamburgers und 
beider ewiges Geküsse die Laune der andern nicht 
just verbesserten, läßt sich begreifen. 
Am nächsten Nachmittag fuhr das Brautpaar 
nicht mit, sondern rüstete zu Herrn Melniks Ab⸗ 
reise, die bereits am zweitfolgenden Tage vor sich 
gehen sollte. Er hatte im Glück der Liebe dem 
Spiel den Abschied gegeben und wollte nach Ham— 
burg vorauseilen, um dort alles für die baldige 
Hochzeit vorzubereiten. Jettchen sollte in Obhut 
der Tante zurückbleiben und in deren Begleitung 
die Rückreise antreten. 
An diesem und dem nächsten Tage kam die
	        
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