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Dreizehntes Kapitel

Full text: Alltagsleute / Meyer-Förster, Wilhelm (Public Domain)

G 141 
Jetzt fiel vom Eingang der Laube her ein 
Schatten über den sonnbeglänzten Tisch, man wandte 
sich um: die Tante! Sie war blaß, aber gefaßt. 
Der Neffe stellte sie Herrn Franz Melnik — C. H. 
Melnik und Co., Hamburg-Altona — vor und 
brachte dienstfertig einen Stuhl. 
„Kellner! Ein Glas!“ 
„Für mich, wenn ich bitten darf, nichts der—⸗ 
gleichen,“ sagte die würdige Dame. „Ich möchte 
nur diese eigentümliche Gelegenheit festhalten, um 
die Dinge zwischen mir und Henriette zu Ende zu 
—— 
heute abend noch ein Billett nach Berlin zu kaufen 
und sie in den Zug zu besorgen.“ 
Alle drei saßen wie betäubt. 
„Abreisen?“ 
„Ja, Henriette, du reisest heim. Das soll 
meinerseits kein Mißtrauensvotum sein, sondern 
nur Ehrlichkeit. Ich habe unrecht getan, ein junges 
Mädchen deines Standes in die Welt hinaus— 
zuführen und ihr Verhältnisse zu zeigen, die nicht 
für sie passen.“ 
Jettchen begann leise zu schluchzen, dann immer 
lauter. 
„Unsre Wege, Henriette,“ fuhr die Tante un— 
erbittlich fort, „trennen sich. Die Gründe erörtere 
ich hier nicht. Versuche es in Berlin, dir mit dem,
	        
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