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E. Kummer, Pulsometeranlage zur Förderung von Baggerboden bei Neufahiwasser.
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Auf Grund der während der Arbeit gemachten Erfahrungen
erschien es im vorliegenden Falle am zweckmäfsigsten, die Brunnen
zunächst durch unmittelbare Bodenförderang unter Wasserhaltung
soweit zu senken, bis der Unterschied zwischen AuTsenwasser
und Brunnensohle etwa 3 m betrug. (Der größte Wasserspiegel-
Unterschied, bei welchem noch Boden unter Wasserhaltung ge
fördert worden ist, beträgt 4,12 m.) Es wurde dann mit Pum
pen aufgehört und mit dem Verticalbagger weiter gesenkt, die
letzten 0,30 m endlich wurden mit dem Sackbohrer herausge
nommen. In dieser Weise sind 15 Brunnen gesenkt, bei
6 Brunnen ist nur der Verticalbagger und Sackbohrer, bei
einem nur der Verticalbagger zur Anwendung gekommen.
Kosten der Ufermaner.
Die Gesamtkosten der 284,5 m langen Ufermauer haben
rund 153523 Ji betragen, das Längen-Meter Mauer kostet dem
nach 540 Ji Der obige Betrag setzt sich folgendermaßen zu
sammen:
1. Maurerarbeiten und Material .... 94807*46
2. Senken der Brunnen 22580*46
3. Anlieferung und Verlegung der Brunnen
schlinge 12 612 *46
4. Heranschaffen, Bearbeiten und Einrammen
der Eisenbahnschienen 1376*46
5. Anschüttung von Inseln und Hinterfüllung
der Ufermauer 4537*46
6. Lieferung und Einrammen der eichenen
Keibepfähle 2 518*46,
7. Lieferung und Anbringung von Steige
leitern und Schiffsringen 908 Ji
8. Bauaufsicht 3 378 *46
9. Insgemein 10807 Ji
zusammen 153523*46
Hierbei ist der Werth der eingerammten alten Eisenbahn
schienen nicht mit berücksichtigt. Auf das Meter Ufermauer
sind 9,6 m Schienen im Gewichte von rund 290 kg verbraucht,
welche bei einem Verkaufswerth von 70 Ji für die Tonne
rund 20.46 werth sind. Hiernach erhöhen sich also die Kosten
für das Meter Ufermauer auf 560 Ji
Die Mauer enthält an Mauerwerk für das Meter Uferlänge:
• Ziegelmauerwerk 1,28 cbm
Bruchsteinmauerwerk 12,23 cbm
Beton 2,29 cbm
Gewölbemauerwerk 1,89 cbm
Deckplatten 0,18 cbm
zusammen 17,87 cbm.
Von Baustoff- und Arbeitspreisen seien erwähnt:
1 cbm Bruchsteine ......... 5,50 Ji
1000 Ziegelsteine 27,80*46
100 kg Wasserkalk (gebrannt) ..... 1,32*41
100 kg Trafs (gemahlen) 1,02 Ji.
100 kg Portland-Cement 4,82 *46
Anlieferung und Verlegung eines Brunnen-
schlings (1,8 cbm Holz) 296,00 Ji
Verankerung dazu 52,00 Ji
Ausführung von 1 cbm Mauerwerk . . . 3,00 Ji
Ausführung von 1 cbm Beton 5,50 Ji
Senken eines fallenden Meters Brunnen . . 120,00*46
Dafs der letztgenannte Satz den wirklichen Ausführungen
kosten ziemlich entspricht, ergiebt sieb nach den Büchern des
Unternehmers Meyer in Huhrort, welche den Unterzeichneten
zur Verfügung gestellt sind.
Der Unternehmer hat die 24 westlichen Brunnen gesenkt
und zwar zusammen 98,88 fallende Meter, wofür er vertrags-
mäfsig 11866 Ji erhalten hat
Seine Ausgaben haben betragen:
Arbeitslöhne 7161 Ji
Kohlen für die Dampfmaschine (117 Betriebs-
tage) 318 Ji
Beförderung und Unterhaltung der Maschinen
und Geräthe 1110 *46
Als Unternehmergewinn ist anzusetzen
1. 10 pCt der Arbeitslöhne 716*41
2. Für Beaufsichtigung, Buchführung, Ab
schreibung für Abnutzung der Geräthe
usw. an 190 Arbeitstagen je 10 Ji, = 1900*46
zusammen 11205 Ji
Es sei hierzu noch bemerkt, dafs die Dampfmaschine, die
Kreiselpumpe und der Verticalbagger seitens der Bauverwaltung
gestellt worden waren, aber vom Unternehmer unterhalten wer
den mufsten.
Die Bauausführung begann im August 1883 und wurde
im Mai 1886 beendigt. Das Senken der Brunnen fiel wesentlich
in die Jahre 1884 und 1885; im Jahre 1883 wurden rund 3,
1884 83 und 1885 63 fallende Meter Brunnen gesenkt.
Die Oberleitung des Baues hatte der damalige Wasserbau
inspector Haupt. Der Entwurf ist von dem damaligen Eegie-
mngs-Baumeister Gerhardt aufgestellt, welcher auch die be
sondere Bauleitung bis zum April 1884 hatte. Von da ab bis
zum April 1885 erfolgte die Ausführung des Baues durch den
damaligen Begienmgs-Baumeister Boden, sodann bis zur Voll
endung durch den damaligen Regierungs-Baumeister Hohns.
Aufserdem waren bei dem Bau nach einander die Regierungs-
Baufübrer Bölte und Middeldorf thätig.
Haupt. Hohns.
Pulsometeranlage zur Förderung von Baggerboden aus Prähmen
bei Erbauung eines Bohlwerks am linken Weichselufer oberhalb Neufahrwasser.
(Mit Zeichnungen auf Blatt 34 im Atlas.)
Bei den Baggerarbeiten für den Bau des Bohlwerks der
Weichseluferbahn auf dem linken Ufer der todten Weichsel
oberhalb Neufahr waeser im Jahre 1887/88 stellte sich heraus,
dafs ein Theil des gewonnenen Bodens dickbreiiger Schlick
war, der nur schwierig ans den Prähmen ausgekarrt werden
konnte. Soweit als angängig, wurden Prähme mit derartigem