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Full text: Der Schwimmer / Mackay, John Henry (Public Domain)

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es zu merken. Ganz allmählich glitt er in sie hin— 
ein — in diese abgründige Leidenschaft, in die 
immer geöffneten, immer begehrenden Arme dieser 
fremden Frau. Er, der nicht wußte, was Nerven 
waren, fühlte sie erwachen und zittern unter den 
Liebkosungen ihrer Hände, und ehe sie Zeit hatten, 
sich zu beruhigen, wieder erwachen, bis sie — von 
einem Tag zum anderen in steter Erregung gehalten 
— diesen Reiz nicht mehr zu entbehren vermochten, 
wie der Trinker sein Gift. 
Gewiß, er schwamm noch. Ja, er war jetzt 
wieder, wo ihre Absagen sich mehrten und immer 
öfter die unvorhergesehene Abhaltung, nach deren 
Grund er nicht mehr zu fragen gewagt hätte, eintrat, 
die flüchtige Zeile, die ihn bat, „n icht zu kommen“, 
er war jetzt wieder mehr unter seinen neuen Klub— 
brüdern, als vorher, denn er konnte diese einsamen 
Abende nicht mehr ertragen, in denen er in unter— 
drückter Begierde nach ihr von Kneipe zu Kneipe lief, 
um den Schlaf zu finden, der nicht mehr, wie bis— 
her in der Minute ungerufen zu ihm kam, in der er 
sich auf sein Bett warf. 
Aber er war kein guter Sportgenosse und kein 
angenehmer Gesellschafter unter den „Hechten“. Sie 
wußten es vorher, hatten es oft genug gehört, als sie 
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