Path:

Full text: Der Schwimmer / Mackay, John Henry (Public Domain)

181 — 
Wassers gezogen. Und das Wasser hatte ihn empfan— 
gen wie sein eigenstes Kind, hatte ihn unterwiesen 
in der Kunst des Lebens, ihn verhätschelt, ihn auf 
alle Weise der gehaßten Erde zu entreißen versucht, 
die Sehnsucht nach sich auf alle Art genährt, bis er 
sein eigen geworden war mit Leib und Seele. 
So war es sein erster Spiel-Kamerad ge— 
wesen und sein einziger geblieben. So war es sein 
erster Freund geworden, und in der Stunde, als er, 
noch fast ein Kind, bei einem allzu hastigen Sprunge 
sich eine tiefe Fleischwunde an einem Nagel, den er 
streifte, in den Arm riß und sein Blut sich mit dem 
Waffer mischte, das es trank, war zwischen ihnen die 
Blutsbrüderschaft entstanden, die sich erst lösen 
konnte mit seinem Leben. Die Wunde war geheilt, 
das Wasser heilte sie wie von selbst, aber die Freund— 
schaft zwischen ihnen hatte gewissermaßen ihre Weihe 
erhalten, und jede seiner kleinen Schmerzen und 
Wunden trug Franz fortab zu seinem Freunde und 
ließ sie von ihm heilen, die offenen und die ver— 
schwiegenen. 
Nun war das Wasser sein Gegner geworden. 
Sie rangen mit einander, doch es war nicht 
das kindliche Spiel mehr des Augenblicks, vergessen 
im nächsten. Aus der knabenhaften Balgerei war
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.