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Die erste Tanzstunde

Full text: Die Berliner Familie / Graeser, Erdmann (Public Domain)

Die Berliner Familie 
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gesehen davon, daß Bruder und Schwester 
nicht miteinander tanzen wollen. 
So werden die Kinder bei einem der 
Tanzlehrer angemeldet, die in einer 
Privatschule oder in einem Lokal Unterricht 
erteilen. Am festgesetzten Tage bricht man 
auf und zwar in Begleitung der Mutter, 
die dem Unterricht beiwohnen will. Viele 
Umstände sind nicht gemacht worden. Das 
—WoO— 
schuhe, die es in einem Beutel trägt, werden 
erst in der Garderobe angezogen, und in dem 
festgedrehten Zopf sitzt eine wundervolle, 
große, steife Schleife. 
„Wie Windmühlenflügel sieht es aus“, 
sagt der im Sonntagsstaat prangende 
Junge, aber diese Bosheit soll nur die Be— 
ktlommenheit seines Herzens verbergen. 
Denn ihm ist gar nicht wohl zu Mute — 
welche Blamagen erwarten ihn heute, noch 
dazu vor den Augen der Mutter und der 
Schwester. Er hat es zu oft hören müssen 
in letzter Zeit, daß er ein „Tölpel“ sei, hat 
es aber bisher nicht glauben wollen. Als 
er heute aber beim Anprobieren die neuen 
Glacées am Daumen eingerissen, ist ihm 
doch schwül zu Mute geworden. Er ahnt,
	        
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