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Die Kabuse

Full text: Die Berliner Familie / Graeser, Erdmann (Public Domain)

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Die Berliner Familie 
(Mutter) imd „Papa“ (Vater) — bei sol— 
chen Gelegenheiten erhalten sie den Edel— 
nanten — „erscheinen“ werden. 
Während sich die Erwachsenen dann in 
allen gesellschaftlichen Künsten üben, hat sich 
die Rotte Korah heimlich in die Kamurke 
geschlichen. Denn sie ist das Paradies der 
Kinder — erstens kann darin nichts „kaput“ 
gemacht werden, weil schon alles kaput ist, 
zweitens entdeckt man aber auch ungeahnte 
Schätze, die die Kinder des Gastgebers, frei— 
gebig wie junge Araber, verschenken zu 
können glauben. Und dann sind die Tiere 
dort: Meerschweinchen und Tauben, die 
Mehlwurmhecke, manchmal freilich auch nur 
in Freiheit dressierte Schaben, auf die dann 
erbittetrte Jagd gemacht wird. 
Kurzum, es läßt sich wohl sein in der 
Kabuse, so lange man freiwillig darin ist. 
Zuweilen wird sie aber auch als Straf— 
anstalt für jugendliche Taugenichtse benützt 
und dann ist sie furchtbar. Dann entdeckt der 
Sünder plötzlich, daß sie voll gepfropft mit 
Gerümpel ist, um darin eigentlich weder 
sitzen noch stehen zu können; man muß balan— 
zieren, bis die Beine einschlafen, denn wenn 
man wild wird, stößt man sich Beulen.
	        
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