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Ein "Familienfest"

Full text: Die Berliner Familie / Graeser, Erdmann (Public Domain)

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Die Berliner Familie 
und eindringlich auf den Boden klopft, 
damit sie auch wirklich den ersten Grund 
jhres Bedrücktseins gestehe. 
Nach und nach erklärt sich dann, warum 
sie so verbittert wurde. Was hat z. B. eine 
alte Stiefelbürste in ihr zu suchen, warum 
steckte man diese Lumpen hinein, weshalb 
ließ man seit Weihnachten vorigen Jahres 
diesen vertrockneten Apfel in ihr, der sie mit 
solchem Moderduft erfüruto?7 Jetzt scheidet 
man ihr Inneres reinlich. Was verbrannt 
werden soll, kommt dorthin, was sie gern 
und willig wieder aufnehmen will, dorthin, 
und was die Habsucht der Sprößlinge er— 
regt, erhält der, der am lautesten schreit. 
Dann bekommt die Schublade endlich 
wieder einmal — wonach sie sich schon so 
lange gesehnt hatte — eine neue, saubere 
Papierbekleidung, und man packt ihr nur 
das auf, was sie wirklich zu fassen vermag. 
Widerstandslos läßt sie sich dann zuschieben, 
sie erkennt ja gerne an, daß jeder sein 
Päckchen zu tragen habe.
	        
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