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Full text: Die Berliner Familie / Graeser, Erdmann (Public Domain)

Die Berliner Familie 
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ins Schloß gedrückt, als liefe jemand in 
Filzschuhen durch den Korridor, und im 
Augenblick, da die Glocke schrillt, entsteht 
drinnen in der Wohnung eiliges Laufen, 
Türen werden zugeschlagen, Kinder wim— 
mern — irgend etwas geht in Scherben. 
„Guten Tag, ist vielleicht . ..“ 
„Ach — so, bitte, treten Sie näher!“ 
Eilfertig scheuert er sich die mit Liebe 
und Sorgfalt geputzten Stiefel an dem 
Strohwisch, tritt auf den Zehenspitzen in 
den rabenschwarzen Korridor, riecht, daß es 
Kalbsbraten zu Mittag gegeben hat, geht 
todesmutig weiter, wird in eine Tür gescho— 
ben und befindet sich einem gedeckten Kaffee— 
tisch gegenüber: Das ist die gute Stube. 
Aber da geht die Tür, und Vater und 
Mutter kommen herein. Als er seinen 
Namen nennt, sehen sie sich beide an und 
nicken sich zu: „Ach, das ist Herr Neumann! 
Das ist recht, Herr Neumann; Sie trinken 
doch eine Tasse Kaffee mit, Herr Neumann?“ 
Und auf dieses Stichwort öffnen sich von 
allen Seiten die Türen, die ganze Kinder— 
schar und ein paar Tanten kommen herein, 
zu guterletzt auch Hannchen, die nicht weiß, 
wie sie sich benehmen soll. Und — als wäre
	        
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